Elefanten im Raum: das Matriarchat und der Blick auf weibliche Körper
Shownotes
In dieser Folge erfahren wir mehr über Gianna Roveres literarisches Debüt Episoden von Alltagselefanten. Die Autorin schildert uns, warum sie sich begann für "Elefant*innen“ zu interessieren. Wie sie alles über die Tiere zu sammeln begann und so das Patriarchat, Unterdrückung oder Scham neu zu erkunden begann.
Gianna gibt uns einen neuen Blick auf Themen wie Körperbilder, Selbstzweifel, Sichtbarkeit und Solidarität. Die poetischen, zugänglichen und nicht zuletzt ironischen Texte zeigen, wie gesellschaftliche Normen unser Denken prägen und wie die Unterdrückung der Natur und der Tiere mit der Unterdrückung von FLINTA Personen zusammenhängt. Was ist die Symbolik der Elefant*innen? Was zeigen sie uns über die Bedeutung von weiblichen Gemeinschaften und Kinship und wie kann Literatur Räume für Zuhören, Austausch und Solidarität schaffen?
Gianna Rovere und die Soundkünstlerin Lea Luise zeigen am KIN-Festival eine Soundlesung zum Buch - wie Gianna und Lea zu dieser Idee kamen, hört ihr am besten selbst in dieser Folge des KIN-Radio.
Ein Gespräch über Sprache, Körper und die Zärtlichkeit der grauen Riesen.
Links:
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00:00:02: Als ich nach Zürich gezogen bin, ist mir plötzlich aufgefallen dass sich in meinem Umfeld sehr viel mehr Elefanten sehe und über Elefante sprechen höre als über Kühe.
00:00:16: Willkommen
00:00:17: beim Kin Radio!
00:00:19: Kin Radio
00:00:20: ist
00:00:20: Teil von KIN, dem feministischen Kunstfestival
00:00:24: vom
00:00:24: elften bis siebenundzwanzigsten Juni im Zürch.
00:00:28: Kin schafft Räume für Austausch und für Verbindung.
00:00:32: Kin versteht Feminismus auch als Kinship, als gewählte Nähe, als Verantwortung füreinander und als solidarisches Miteinander.
00:00:43: Mehr zum Festival auf kinship.ch oder auf Instagram.
00:00:48: Ihr hört eine neue Folge von KIN Radio.
00:00:51: Mein Name ist Mara Rikli und neben mir sitzt Chana Rovere.
00:00:55: Chana Rohvere ist Autorin und wird sich gleich selbst vorstellen, damit ihr schon mal einordnen könnt.
00:01:03: Ich sitze in einem kleinen bunten Karbäuschen im Zollhaus Zürich.
00:01:09: Auch das Gleis ist Teil des Kin-Festivals.
00:01:11: Das werdet ihr in anderen Folgen erfahren.
00:01:14: Um uns rum ist es so chaotisch, vielleicht wie jetzt manchmal die Vorbereitungszeit des Festivals ist oder war.
00:01:21: Ihr hört vielleicht Musik und Geräusche aber ja wir bauen einfach alles ein!
00:01:27: Herzlich Willkommen Janna!
00:01:29: Vielen Dank für die schöne Einladung
00:01:31: Mara.
00:01:32: Janna magst du dich vielleicht gleich selbst in deinen eigenen Worten vorstellen?
00:01:35: Ich habe schon verraten Du bist Autorin Aber magst uns kurz über Dich erzählen.
00:01:41: Ich bin Giannarovere, ich benutze die Pronomen Sie ihr.
00:01:45: Ich bin eine schweizerisch-italienische Zissfrau und arbeite momentan als Kuratorin, als Kulturjournalistin und auch als Autorin.
00:01:57: Janna, du bist mit Lea Luisa.
00:01:59: Teil des Kinn-Festivals am achzehnten Juni.
00:02:02: macht ihr eine Soundlesung zu deinen Buchepisoden von Alltagselefanten.
00:02:08: Du hast dieses Buch geschrieben.
00:02:11: Was war deine Motivation, dieses Buch zu schreiben?
00:02:14: Meine Motivations dieses Buchzuschreiben war einerseits Weil ich schon immer gesammelt habe, auch als Kind hab' ich Steine und Muscheln gesammlt.
00:02:25: Irgendwann dann Einkaufszettel... Und als ich nach Zürich gezogen bin ist mir plötzlich aufgefallen dass sich in meinem Umfeld sehr viel mehr Elefanten sehe und über Elefanten sprechen höre aus Überkühle.
00:02:42: irgendwie fasziniert und inspiriert.
00:02:45: Und ich habe begonnen, diese Elefanten zu beobachten und mir zu überlegen, woher kommen die Elefanten?
00:02:51: Was sind ihre Geschichten?
00:02:56: Durch diese Auseinandersetzung mit diesem sehr großen, sehr voluminösen Tier sind mir plötzlich parallel zu mir selber aufgefallen oder so zum Menschenleben zum Leben aus Frau in dieser Gesellschaft.
00:03:11: Und ich habe dann begonnen diese Episoden, diese Geschichten mit eigenen Erfahrungen zu verknüpfen aber vor allem auch mit Erfahrungen von Freundinnen und Bekannten oder auch fremden Personen die mit mir über ihre elefanten Geschichten gesprochen haben.
00:03:30: und so sind diese verschiedenen Beobachtungen entstanden über Jahre hinweg, also auch als Sprachnachrichten an mich selber.
00:03:39: Als Notizen, als Nachrichten von Freundinnen.
00:03:42: und so ist dieses Buch in Zusammenarbeit mit Jill Erdmann vom Verlag XXVI entstanden.
00:03:51: Ich habe die... Vorbereitungen am Buch schon mitbekommen.
00:03:55: Wir kennen uns auch, ich kenne auch die Verlegerin Schill-Erdmann und was sich da so mitbekommen habe war dass die Arbeit schon sehr intensiv auch war.
00:04:04: also du hattest sehr viele Textes hast du auch an deiner Buchvernissage erzählt Wie hast du am Schluss ausgewählt was in dieses buch kommt?
00:04:13: Und welche darlings musstest du dann eigentlich killen?
00:04:19: Ja, ich glaube das war fast die anstrengendste Arbeit am ganzen Prozess.
00:04:23: Das Schreiben und Sammeln und Rettigieren war da gar nicht so schlimm dagegen.
00:04:30: Aber ich glaube am Schluss hat sich alles sehr natürlich ergeben weil wir plötzlich eine kleine... Ich möchte jetzt nicht sagen Erleuchtung aber plötzlich machte es Sinn dass wir diese Episoden am Körper entlang Sortieren oder Auswählen, es beginnt dann beim Kopf und hört eigentlich so beim Zehn Nagel auf.
00:04:52: Und so wurde ziemlich klar welche Episoden irgendwie Sinn machen in diesem Buch auch in welcher Dramaturgie oder in welchen Reihenfolge dass sie im Buch sein sollen und das sich inhaltlich immer sehr um Körper dreht oder eben auch um die Vor allem um die Blicke auf Körper, seien das von außen bewertende und begehrende Bicke.
00:05:19: Aber es geht sehr oft auch um die eigenen Bickel, die wir selber auf unsere Körper und unseren Wert legen.
00:05:27: So haben wir ein paar Darlings gekillt, die aber nichts mit dem Körper an sich oder der Rezeption eines Körpers zu tun hatten.
00:05:38: Und so hat sich dann das doch ganz natürlich ergeben, welche da drin sind und welche nicht.
00:05:45: Ich finde das Buch wirklich eines der wunderbarsten Bücher der letzten Jahre was ich gelesen habe – ich hab es ganz oft verschenkt!
00:05:52: Das hat mich tief berührt.
00:05:54: auch jetzt wenn ich mit dir spreche bekomme ich ganze Haut.
00:05:57: Es löst in mir immer wieder eine... Zärtlichkeit irgendwie aus gegenüber diesen Elefanten oder auch Elefantinnen, Elefante-Innen Kinder.
00:06:09: Oder eben auch diese ... Du hast jetzt vorher glaube ich von einem ... eine Art von Aha Moment oder wie dann alles so aufgeht gesprochen und bei mir war das so beim Lesen, dieses Aha!
00:06:24: Natürlich weiß ich aus feministischen Schriften, dass wir die Natur ausbeuten.
00:06:29: Dass wir die Meere behandeln als wären sie einfach unsere Ressourcen.
00:06:37: Also das Feminismus in dem Sinn nicht nur heißt... Wie blicken wir auf Frauen, Mädchen oder Flinterpersonen?
00:06:46: Sondern auch wie gehen wir mit der Natur.
00:06:49: Wie gehen wir hier mit Tieren und allgemein mit Menschen um, mit Systemen.
00:06:54: Aber dein Buch zeigt so künstlerisch und so kunstvoll und so nahe, verbindend das einfach nochmals sehr ... Ja!
00:07:04: Einfach sehr einleuchtend.
00:07:07: Es macht dann alles plötzlich so Sinn, es gibt diese Szene die du schilderst ist mir besonders geblieben wo du im Zoo bist.
00:07:17: also das Buch ist in ich geschrieben.
00:07:19: vielleicht übertrage ich da jetzt schon zu viel aber einfach in der Ich-Form beschreibst dass du Jungs beobachtest oder junge Männer oder Schüler die von vor dem Elefantengehege stehen und die Elefanten, denen ihre Brüste kommentieren.
00:07:38: Und eben so wie sie diese Elefante abwerten, so werden sie auch Frauenkörper.
00:07:45: ablässt sich dann vermuten.
00:07:47: Magst du ein bisschen uns da mitnehmen in deine Gedanken oder in diese Auseinandersetzung?
00:07:52: Oder was es auch mit dir gemacht hat als du das so festgestellt
00:07:56: hast!
00:07:57: Es ist sehr schön, dass du gerade diese Episode benenzt.
00:08:00: Weil das ist auch für mich oder war auch im Schreiben für das Buch eine der Schlüssel-Episoden.
00:08:09: Ich habe auch sehr viel gelesen in der feministischen Theorie über weibliche Körper, über Volumen einnehmen darüber wie sehr auch weibliches Fett gehasst wird und wie sehr das bedingt Frauen oder flinter Personen, ihren eigenen Körper eigentlich so unsensibel und unfreundlich gegenüberstehen.
00:08:32: Und das Buch erzählt aus dieser Ich-Perspektive – und das bin nicht immer ich, das sind verschiedene echte Personen, fiktive Personen, gesammelte oder so kollektive Ich-Erzählerinnen.
00:08:47: aber beim Elefantenhaus bin es tatsächlich ich die da Im Zoo ist, das war noch während der Corona-Pandemie und ich wurde eingeladen von einer Freundin um ihren SchülerInnen etwas über Elefanten zu erzählen.
00:09:03: Da ich jetzt sehr viel über Elefonten weiß – über ihre Biologie, über ihre Geschichte und auch Kulturgeschichte.
00:09:10: Und als ich da war und diese beiden Jungs beobachtet habe oder gehört habe wie sie so herabfallend Brüste gesprochen haben, die gerade ein Kalb säugen.
00:09:21: Wurde mir bewusst wie sehr ich mich für diese Elefantin geschämt habe.
00:09:27: und gleichzeitig wusste ich aber dass das ihr absolut egal ist was diese beiden kleinen Menschenmänner dazu ihr sagen weil sie hat diesen Pflicht, sie hat den Körper der funktioniert Genau so, wie es sein muss.
00:09:45: Und ich als Menschen-Frau habe mich geschämt für sie aber vielleicht weil ich mir selber diese Kommentare auch schon anhören musste und dass diese doch sehr viele Wunden in mir hinterlassen haben.
00:10:02: So habe ich irgendwie damit angefangen mit diesen Elefantinnen Auch sie ein bisschen aus meiner Vorbilder zu sehen, meine Schutzpatronen Als.
00:10:11: vielleicht auch durch ihre Größe und ihr Volumen konnten sie wieso die Platzhalter innen für Gedanken werden, für kollektive Charme vielleicht auch.
00:10:20: Für das Überwinden von Denkmustern und vielleicht auch dass unsere eigenen Blicke durch Sie als Filter irgendwie ein bisschen weicher werden können auf uns selber?
00:10:31: Ich finde es so spannend was du erzählst oder auch einerseits hast Du Dich dann geschämt hast für Sie.
00:10:38: Bei mir löst es auch Scham für diese jungen Menschen, Männer aus.
00:10:44: Wir kennen mit dem Pelikoprozess jetzt diesen Slogan die Scham muss die Seite wechseln und ich finde eben dass dein Buch das auch nochmals so zeigt.
00:10:54: So wir beschämen andere und eigentlich müssten wir uns dafür schämen, dass wir das tun.
00:11:01: Ein Gedanke dazu ist auch die Sprache.
00:11:04: also einerseits sind wie der Titel schon sagt in den Episoden In dem Buch, das heißt man kann auch einzelne Episoden lesen.
00:11:12: Das Buch wieder weglegen.
00:11:13: Man kann alles an einem Stück lesen.
00:11:16: aber was mich auch beeindruckt hat ist die zugängliche Sprache und gleichzeitig die Tiefe deiner Sprache.
00:11:31: Das lässt sich dann ja auch sehr übertragen, wie wir über Menschen sprechen.
00:11:38: Wie wir überhaupt über alles sprechen und wie viele Vorurteile und Unwahrheiten darin sind.
00:11:46: Ich fand zum Beispiel auch was mir sehr geblieben ist... Du trampelst wie ein Elefant, oder was ich kenne ist so diese Beschämung von du hast ja Elefantenbeine.
00:11:58: Oder Elefantehaut und soweit es gibt ja eigentlich ganz viel in unserer Sprache auch mit Elefants ihnen was gar nicht stimmt Wie bist du auf das gestoßen?
00:12:08: Wo kam der Moment wo du das entdeckt hast?
00:12:13: Das war eine Mischung aus Beobachten und zuhören, eben wie du gesagt hast es gibt so viele Elefantenmetaphern in unserer Sprache.
00:12:21: In der deutschen Sprache aber auch in der englischen Sprache.
00:12:26: sehr bekannt ist natürlich auch der Elefant im Porzellanladen.
00:12:31: Wenn man dann aber auch ein bisschen, und ich habe da natürlich viel über Elefanten gelesen, hab mir ja auch einige Tierdokus angesehen.
00:12:36: Und Elefanten bewegen sich so leise oder das wurde immer wieder erwähnt wie leise dass sie sich bewegen, dass sie eben diese Fettschicht unter ihren Füßen haben die sie ganz ganz langsam und leise auftreten lassen.
00:12:51: Das fand ich dann sehr interessant weil ich denke wir uns wurden irgendwie beigebracht nicht der Elefante oder die Elefantine im Porzellanladen zu sein.
00:12:59: Ich bin lieber eine Elefantin im Porzellanladen als ein Hund in Porzellenladen, weil ich glaube da mit dem wedelnden Schwanz würde eher was runterfallen.
00:13:11: Und was sich aber auch spannend fand, Elefanten in freier Wildbahn sind aus Matriarchat organisiert oder die alte weise Elefantine ist die, die das Sagen hat... Elefantenmänner, die sind nur glaube ich bis sieben Jahre bei der Herde und danach gehen Sie alleine oder in Junggesellengruppen, spalten sich ab.
00:13:33: Das fand ich auch sehr interessant gerade auch in Bezug auf das Menschenpatriarchat.
00:13:37: als die ersten Elefantinnen nach Europa kamen und in Zoos gehalten wurden war ganz klar die bürgerliche Kleinfamilie da haben wir den elefanten Mann, der ist das Oberhaupt eines bis mehrere Weibchen und die Kinder.
00:13:53: Und sie müssen da so aus Familie zusammenbleiben, und plötzlich haben die So-Besitzerinnen gemerkt, die Elefanten, die pflanzen sich ja gar nicht mehr fort.
00:14:05: Irgendetwas stimmt nicht, bis sie dann ein bisschen herausgefunden oder gemerkt haben, aha!
00:14:11: Die Weibche müssen zusammen bleiben, weil wenn die Töchter zu früh von den Müttern und Tanten und Schwestern getrennt werden, so große Verlustängste, dass sie keine Zyklen entwickeln.
00:14:23: Dass sie unfruchtbar bleiben.
00:14:25: und auch bei den elefanten Männchen ist es so das die wandern müssen damit sie einen Sexualtrieb bekommen.
00:14:32: also wir haben wie das Menschenpatriarchat ganz normal auf das Elefantematriarchat übergestülpt weil wir denken das ist die einzige natürliche Ordnung und das hat mich dann auch sehr interessiert sehr gescheitert ist, dass das eben nicht geht für alle Lebewesen.
00:14:52: Ich könnte gerade zwei Stunden mit dir über nur über das sprechen und ob wir ein Matriarchat anstreben oder nicht?
00:14:59: Das machen wir vielleicht... Oder willst du was dazu sagen?
00:15:03: Sonst können wir das dann mal in einem anderen Kontext noch besprechen.
00:15:08: aber ich finde es immer auch spannend weil quasi wir haben das Patriarchat Das Gegenüber wäre dann das Material hart und so eins zu eins übertragen stelle ich mir vor, ist es vielleicht auch nicht die Lösung weil es ja nicht die Machtstruktur hinterfragt beziehungsweise dann auch wieder eben Hierarchie produziert genau.
00:15:31: Aber ich weiß noch nicht, hast du einen Gedanken dazu?
00:15:34: vielleicht ganz
00:15:35: kurz?
00:15:37: Ich glaube, das Recht dazu bräuchten wir noch eine weitere Stunde.
00:15:41: Aber ich denke auch, dass wir es nicht einfach umdrehen können.
00:15:44: Ich glaube mit all diesen Hierarchien und Rollenbildern wäre eine andere Form von Zusammenleben und Gemeinschaft wahrscheinlich für uns Menschen angenehmer oder sinnvoller.
00:15:59: Das Matriarchat ist nicht die Lösung!
00:16:01: Das Elefanten Matriachat.
00:16:03: Jetzt hast du mich gerade dazu gebracht, noch das Wort Gemeinschaft hast du genannt.
00:16:08: und genau das ist vielleicht spannend weil ich gerade heute Morgen ein Gespräch noch mit Pascal Schreibmühler aufgenommen habe die sich sehr stark mit Kinship-Gemeinschaft Wahlfamilie gebohrt und Gossip beschäftigt, Gossipp diesen Begriff auch wie der Neue bearbeitet, weil er ursprünglich auch ganz viel mit Frauenwissen zu tun hat.
00:16:31: Also Frauengemeinschaften bei Geburt nach Geburten und Wissenteilen.
00:16:37: Und heute ist das so negativ behaftet Gossip bis Lestern und sind so Frauengespräche.
00:16:43: Und das fand ich sehr spannend!
00:16:45: Auf jeden Fall die Elefantinnen zeigen ja dass... Die machen dann eigentlich das Gossipp oder eben diese Gemeinschaft und Kindship?
00:16:56: Das stimmt.
00:16:58: vielleicht hast du vorhin auch gesagt, dass mein Buch eben in diesen Episoden geschrieben ist oder eben in kurzen Sätzen.
00:17:05: In auch vielleicht einfachen Sätzen und da war es mir auch wichtig... Oder da musste ich mich selber auch ein bisschen überwinden.
00:17:13: zuerst weil mir wurde natürlich beigebracht das Literatur kompliziert ist Das Literatur nie von sich selbst sprechen darf oder der eigenen Lebensrealität außer du bist vielleicht ein Mann, der auf große Reisen geht und mit sich selber vieles in den Gedanken ausmachen muss.
00:17:36: Und ich denke das war auch so ein bisschen eine Rebellion dieses fragmentarische, diese kleinen Sätze dieser kleinen Geschichten die zuerst vielleicht gar nicht wichtig erscheinen aber dann wenn man sich damit befasst dann doch gehen sie sehr in die Tiefe Gesamtheit auch und in dieser Verbundenheit von all diesen Episoden und Geschichten ergeben sie dann eben doch etwas ganz Großes.
00:18:03: Und ich glaube, deswegen ist es auch so wichtig dass es eben feministische Verlage gibt die auch solche Texte publizieren und öffentlich machen weil ich denke da ist auch immer noch ein bisschen Nachholbedarf vielleicht auch wie wir lernen zu lesen, wie wir Bücher lernen zu Lesen.
00:18:25: Ich glaube, da braucht es noch ein bisschen Aufarbeitung.
00:18:28: Es ist eine große Motivation für das Kinship Festival von mir auf jeden Fall auch dieses Echo einander geben zu können also dass wir uns immer ja uns gegenseitig diese Räume geben die uns eben auch oft nicht gegeben werden oder uns auch genommen worden sind.
00:18:45: Das Buch ist ja ganz vieles finde ich sehr künstlerisch Grafisch wirklich auch sehr interessant.
00:18:54: Du hast jetzt gerade gesagt, dass es ein feministischer Verlag ist, der das Buch rausgebracht hat, Verlag XXI.
00:19:04: Es ist sprachlich, finde ich, sehr zugänglich und gleichzeitig sehr tief und sehr literarisch.
00:19:13: Und was jetzt ja noch passiert ist ... Du die Texte zusammen mit Lea Luisa nochmals neu bearbeitest und auch bei uns eben am achzehnten Juni, mit einer Soundlesung zu Gast bist du mit Lear zusammen.
00:19:29: Wie ist das noch passiert?
00:19:30: Das ist ja nochmal eine neue künstlerische Ebene, wisst ihr es entstanden?
00:19:35: was hat dich dazu bewogen mit Leer dass so auch nochmals anzugehen.
00:19:42: Lea und ich kennen uns schon sehr lange.
00:19:44: also wir sind zusammen zur Schule gegangen Und ich beobachte oder bin halt sehr nah an Leas Arbeit schon immer, schon lange.
00:19:55: Sie ist eine wahnsinnig tolle Musikerin.
00:19:57: sie macht Field Recordings und produziert auch Musik und als das Buch dann da war fand ich es sehr schön.
00:20:11: oder wollte ich irgendwie auch hatte ich das Bedürfnis das Buch irgendwie auch in den Raum zu bringen oder eben eine Lesung vielleicht auch anders zu denken.
00:20:28: Ich weiß gar nicht mal, wie das ganz genau zusammenkam aber Lea und ich haben dann glaube ich manchmal beginnen ja diese großen Ideen mit kleinen Spinnereien und sie meinte dann ah!
00:20:40: Sie würde so gerne Musik machen zu diesem Buch.
00:20:45: Wie klingt eine Elefantenhaut?
00:20:47: Wie klingt ein Rüsselschwenker, wie klingt diese innere Unruhe.
00:20:52: Sie hat mir dann Dinge erzählt, wie sie denkt dass das klingt und ich war so oh mein Gott wir müssen das tun!
00:20:59: Können wir das irgendwie machen?
00:21:02: Und dann hat uns Tamaris Meier vom Soga Theater sehr spontan auch sehr mutig finde ich einfach eingeladen dieser Soundlesung zu machen.
00:21:13: Wir hatten noch gar nichts.
00:21:15: Wir hatten so ein kleines Demotape, das ich unter der Decke aufgenommen habe und Lea darüber Musik gelegt hat oder Sounds gelegt.
00:21:22: Das ist eine Mischung aus Musik und Sound und Fragmenten und Stimmungen.
00:21:27: Und ja, so ist es entstanden und immer wieder weiter gewachsen.
00:21:32: Jetzt haben wir die Soundlesung auch schon ein paar Mal zeigen können und es ist irgendwie schön diese Rückmeldung wie ... sehr, wie diesen Raum einnehmen können mit diesen Elefant-Innengeschichten.
00:21:44: Mit dieser Soundatmosphäre und wie sehr wir auch so das Publikum auf eine Reise mitnehmen können aber vielleicht mehr so einer Innenreise.
00:21:55: Jeder für sich... So ist das entstanden!
00:22:00: Also ich war sehr beeindruckt von eurer Soundlesung.
00:22:03: Ich durfte eine Rede halten bevor ihr die Soundlesungen hattet im Neubau den Luzern.
00:22:07: Du darfst dir ja dann ins Publikum sitzen und einfach noch eure Soundlesung genießen.
00:22:16: Ich finde es einerseits die elektronischen Klänge, die sehr kunstvoll sind aber sehr einladend auch wieder sehr zugänglich.
00:22:29: Und was ich wirklich nicht unerwähnt lassen möchte ist sowohl das Buch wie auch die Soundbegleitung durchaus einen Sarkasmus und Witz, auch manchmal Ironie oder einfach auch Alltagshumor beinhaltet.
00:22:44: Also diese Alltagselefantinnen mit Alltagshumor zu bespicken quasi so.
00:22:54: es ist nicht nur immer ernst oder sehr vielleicht auch traurige oder absurde Momente die dann also die Absurdität so klar wird darin und auch für lacher sorgt.
00:23:11: also es ist auch ein leichtes Format.
00:23:15: Vielleicht eure Pläne.
00:23:18: mit diesen Soundlesungen.
00:23:20: geht ihr jetzt auf Tour, wo wollt ihr hin?
00:23:22: Was möchtet ihr?
00:23:23: Hast du einen Appell was ist dein Wunsch
00:23:26: usw.?
00:23:29: Lea und ich können die Soundlesung noch ein paar mal zeigen worauf ich mich sehr freue.
00:23:34: aber natürlich würde ich mir wünschen, dass wir auch weiterhin an anderen Orten diese Soundlesung noch zeigen können.
00:23:42: Sie wird auch immer wieder weiterentwickelt weil Lea und ich sind auch Freundinnen und wir reden eben ganz vielen anderen Dingen auch immer über dieses Projekt und immer wieder kommt etwas Kleines dazu was es ist wenn man an der ersten Kin-Festival bestimmt anders sein, weil Lea hat jetzt auch noch einen Synthesizer der sehr cool aussieht und gute Dinge machen kann.
00:24:13: Ich weiß nicht wie das geht aber sie kann da wunderbare Dinge tun!
00:24:18: Ich tue manchmal so was würde ich etwas spielen und sie tut es aber und es sieht irgendwie cool aus.
00:24:23: Genau ich glaube die Soundlesung was auch schön wäre... Es ist natürlich auch ein kleiner Traum, wenn noch irgendwann eine Platte rauskommt.
00:24:32: Das wäre sehr toll!
00:24:35: Ich glaube es ist etwas mit diesen Projekten die man auch mit Menschen macht und die man gerne hat, dass man sich immer wieder damit beschäftigen möchte.
00:24:46: Dieses Buch war bisher immer ein Magnet für diese tollen Menschen, weil auch wie Mara gesagt hat die Grafikerinnen sind wunderbar.
00:24:54: Sie haben diese Texte genommen und ihnen dieses Gewand gegeben, sie haben wirklich verstanden was es möchte oder vielleicht sein kann... Es haben so viele tolle Menschen bisher an diesem Projekt gearbeitet und werden bestimmt noch an diesem Projekt weiterhin arbeiten, dass es irgendwie viel zu schade wäre, dass das jetzt schon vorbei ist.
00:25:17: Ich glaube die Elefantinnen haben schon eine große Zukunft vor sich.
00:25:22: Das glaube ich definitiv auch!
00:25:29: Dieses Kinship Festival, das wird mich so zum Ende unseres Gesprächs, wo wir jetzt fast schon angelangt sind noch interessieren.
00:25:36: Weil ich sehe natürlich ganz viele Parallelen jetzt aus meiner Perspektive vielleicht auch von den gemeinsamen Zielen die wir haben, auch wenn wir ganz unterschiedliche Medien dafür nutzen oder einen anderen Zugang vielleicht haben oder auch schaffen.
00:25:54: Du hast jetzt auch so über diese Verbindung mit Lea gesprochen und auch mit dem Verlag.
00:25:59: Also das ist ja auch eine Form schon von Kindship, von Gemeinschaft, von Verbindung.
00:26:04: Dennoch würde mich auch interessieren also einerseits was motiviert dich Teil dieses Festivals zu sein, du darfst alles sagen auch wenn ich jetzt hier sitze.
00:26:13: Sieh mir so ein bisschen suggestiv nicht.
00:26:16: die Festivalleiterin fragt.
00:26:19: Warum?
00:26:20: Nein!
00:26:20: Ich meine das wirklich sehr offen.
00:26:22: gefragt und vielleicht auch was wünschst Du dir einerseits von diesem Abend aber auch von deinem Erlebnis an diesen Festival?
00:26:32: Ich glaube, deswegen bin ich und sind leer.
00:26:35: Und ich gerne dabei, dass wir eben so unhyrarchisch auch darüber sprechen können was unsere Intentionen hier sind.
00:26:42: Natürlich eine Bühne bekommen?
00:26:43: Nein!
00:26:44: Auch natürlich.
00:26:45: Ja natürlich die Räume und die Bühnen gehören uns.
00:26:51: Aber ich denke, worauf ich mich sehr freue und ich jetzt schon irgendwie sagen kann das es so sein wird Das Kin-Festival hat für mich oder wie ich es mir vorstelle, ein Raum der Verbindung schafft und Verbindungen schaffen möchte.
00:27:14: Und gleichzeitig ist das für mich... wahrscheinlich auch, oder so stelle ich es mir vor ein sehr sicherer Raum.
00:27:19: Ich stelle mir vor dass da Menschen im Publikum sind die verstehen wollen was das Buch sagen will.
00:27:27: Da hast du vorhin auch die Ironie angesprochen...ich meine das Buch ist nicht traurig!
00:27:31: Es hat viele Alltagsironien drin und ich glaube das Buch kann man ganz verschieden verstehen.
00:27:39: und trotzdem habe ich natürlich eine Intention wie ich gerne möchte dass das Buch gelesen wird wie das Buch verstanden werden soll und ich denke, dass das Kinnfestival ein Raum ist wo eben diese Personen im Publikum sitzen werden die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
00:27:56: Die sich vielleicht identifizieren können mit diesem Ringen, mit sich selber, mit den Blicken von außen und von innen Und ich denke es kann sehr schön sein, dass nicht so viele Erklärung stattfinden müssen oder vielleicht auch Missverständnisse kann ein Raum sein wo vielleicht ist es sogar ein bisschen homogen, aber trotzdem auch mal schön in einem Raum zu sein wo man nicht Angst haben muss dass man missverstanden wird.
00:28:26: Ja und ich meine das auch in dieser Reihe von all diesen anderen KünstlerInnen mit dabei zu sein ist unglaublich schön und eine Ere für mich und für uns
00:28:39: Und für uns ist es eine Ehre, dass ihr dabei seid und ich freue mich sehr auf diesen Abend.
00:28:44: Ich freue mich auch das Bücher sowas nachhaltiges sind im Sinne von.
00:28:50: also wir können noch daran arbeiten wie nachhaltig die eingeschweißten Bücher sind und all das.
00:28:55: Das ist auch übrigens finde ich ein spannendes Thema aber ich find nachhaltige im Sinne vom.
00:29:02: Wir können immer wieder dieses Buch hervorholen.
00:29:07: Darin lesen, uns an Abende erinnern wo wir es vorgelesen bekommen.
00:29:12: Wir können anderen daraus vorlesen und über die Texte sprechen.
00:29:18: Ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken Janna dass du dieses Buch geschrieben hast weil ich finde das ist sein Geschenk und es schafft wirklich nochmals eine Möglichkeit das Patriarchat zu reflektieren auf eine ganz andere Weise als wir's vielleicht schon gemacht haben.
00:29:34: Danke vielmals für deine Arbeit Und ich freue mich auf dich und Lea an der Soundlesung.
00:29:40: Vielen lieben Dank, dass ich hier mit dir sprechen durfte!
00:29:44: Ich freue mich auch sehr dabei zu sein – und bin gespannt!
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