Im Gespräch mit Şeyda Kurt – Über Nähe, Fürsorge und „Zeit der Monster“
Shownotes
In dieser Folge spricht Marah Rikli mit der Autorin und Philosophin Şeyda Kurt über Kinship: über Wahlverwandtschaften, Fürsorge, Liebe und Verantwortung. Gemeinsam fragen sie, wie Nähe jenseits gesellschaftlicher Normen gelebt werden kann, welche Beziehungen uns tragen und welche wir vielleicht erst noch erfinden müssen.
Ein Gespräch über radikale Zärtlichkeit, Ambivalenzen und die politische Kraft von Verbundenheit – als Auftakt zum Festival KIN, dem Kunstfestival für mehr Verbindung.
Nimm dir Zeit zum Zuhören, Mitdenken und Neudenken von Nähe.
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00:00:00: Ich glaube, Sicherheit ist auch erstmal etwas Extrem individuelles.
00:00:04: Also etwas der persönlichesten Gefühl von Sicherheit und kann auch etwas sehr trügerisches sein, weil manchmal ... Fühlen wir uns mit Strukturen oder Beziehungsdynamiken sicher, die uns auch schaden.
00:00:17: Das ist zum Beispiel der Grund, warum sehr viele Menschen in toxischen Beziehungen lange verwallen.
00:00:22: Deswegen ist für mich in den letzten Jahren generell der Begriff der Sicherheit erst mal ein sehr fragwürdiger geworden.
00:00:29: und zum Beispiel in den politischen Räumen, in denen ich unterwegs bin sagen wir immer das ist kein Safer Space es ist ein Braver Space.
00:00:36: also das ist ein Ort wo wir gemeinsam lernen, was es bedeutet gemeinsam Mut zu fassen.
00:00:43: Willkommen
00:00:43: beim Kin Radio!
00:00:45: Kin
00:00:46: Radio ist Teil von KIN, dem feministischen Kunstfestival vom elften bis siebenundzwanzigsten Juni in Zürich.
00:00:54: Kin schafft Räume für Austausch und für Verbindung.
00:00:59: Kin versteht Feminismus auch als kinship, als gewählte Nähe als Verantwortung füreinander und als solidarisches Miteinander.
00:01:10: Mehr zum Festival auf kinship.ch oder auf Instagram.
00:01:33: Hallo zusammen!
00:01:35: Zu einer neuen Ausgabe des DeepTorques, schön seid ihr hier in dieser Hitzewelle der Stadt gelandet.
00:01:42: Mal schauen wie das Wetter ist.
00:01:44: ich glaube es stürmt ein bisschen.
00:01:49: Podium wird, auf jeden Fall mega schön.
00:01:51: Zeig dir hier und mega schön bist du hier.
00:01:54: ein herzlicher Applaus für ShaderCourt.
00:02:04: Hallo!
00:02:07: Ja es ist total schön hier zu sein und das ist total schon wieder mit Mara auf einer Bühne zu sein.
00:02:12: Ich beobachte immer so aus der Entfernung was du für total schöne inspirierende Dinge immer tust Mit anderen inspirierenden Menschen zusammen.
00:02:21: Das ist schön dass wir uns dann alle paar Jahre in gewissen Abständen dann immer wieder begegnen und miteinander sprechen.
00:02:29: Ja,
00:02:29: also es geht mir natürlich auch so dass ich beobachte was du alles immer machst Auch aus der Ferne.
00:02:36: Und wir konnten uns ja nicht mehr ganz erinnern, sind es jetzt zwei Jahre oder drei Jahre?
00:02:40: Ich glaube, es sind zwei, wo wir uns das letzte Mal gesehen haben.
00:02:44: Du warst zu Gast im Podcast von Sarah Satiromir.
00:02:48: Der Podcast heißt Sarah und Mara in Gespräch mit Shada Kurt in dieser Ausgabe.
00:02:54: Also da könnt ihr auch rein hören!
00:02:57: Sehr gut.
00:02:58: Ja, vor allem auch sehr... was mir auch geblieben ist.
00:03:02: Ganz lustig!
00:03:03: Auch sehr überraschende Erkenntnisse.
00:03:05: da hast du nämlich gesagt, dass du gerne GAMES.
00:03:08: Game?
00:03:09: Das Spiel im Ochsgirne.
00:03:12: Ja und dann habe ich ja tatsächlich auch ein Sammelwand mit herausgegeben.
00:03:16: Ich weiß nicht ob das davor oder danach.
00:03:18: Wahrscheinlich danach.
00:03:19: Genau.
00:03:21: Mit zwei Medienwissenschaftlern zusammen.
00:03:23: Thomas Spieß und Holger Pitsch in dem es um kritische Perspektive noch auf Videospiele im Kapitalismus geht.
00:03:30: Ich spiele auch gerne Videospile, ich glaube, ich brauche das auch so ein bisschen für meine Aggressionsregulationen.
00:03:36: also ich balle schon gerne herum wenn man das so sagen darf aber ich mag auch sehr gerne eben... ich habe vor ein paar Wochen Geburtstag gehabt und da hab' ich unter anderem die neueste Anno-Ausgabe geschenkt bekommen.
00:03:50: Anno ist so ein Aufbauspiel in der römischen Antike.
00:03:56: Ich bin schon sehr gespannt!
00:03:58: Ich freue mich, wenn der Sommer vorbei ist und ich dann Anno zocken kann.
00:04:02: Ja... Leider fass keine Ahnung von Videospielen, wie noch Generationen Gameboy und Tetris und so.
00:04:11: Aber ich fand das sehr spannend und zwar ein ehrliches Gespräch und jetzt auch ganz schon einen ehrlicher anderer Einstieg als eigentlich geplant.
00:04:19: Und das finde ich schon so schön mit dir.
00:04:21: Danke vielmals!
00:04:23: Ich glaube, ich muss dich nicht vorstellen eigentlich aber ganz kurz mache es trotzdem.
00:04:29: du bist nämlich Publicistin und Autorin von mehreren Büchern.
00:04:35: Du bist auch Philosophin, und ein Buch was sicher vielen bekannt ist heißt Radikale Zärtlichkeit Warum Liebe Politisch Ist.
00:04:45: Ich habe dir das schon gezeigt.
00:04:47: Bücher die ich ja mag sind dann ganz zerflettert, die nehme ich mit in die Badewanne und überall in die Bardi Und dann sehen sie so aus.
00:04:57: Das andere Buch heißt Hass von der Macht eines widerständigen Gefühls.
00:05:02: Das ist das grüne Buch und ihr könnt beide Bücher auch am Büchertisch kaufen, weil wir sind – da sage ich ja immer wieder in diesem kapitalistischen System – und du signierst dann noch nach der Veranstaltung.
00:05:19: Ja genau!
00:05:21: Ihr könnt an diesem Tisch dann auch Merge des Kinship Festivals kennen kaufen, es gibt reduzierte Preise und es gibt reguläre Preise.
00:05:31: Und diese Veranstaltung heute mit dir – das ist wirklich eine große Ehre – die Auftaktveranstaltung des Kinship-Festivals.
00:05:39: Das ist ein feministisches Kunstfestival, welches vom elften Juni bis siebenundzwanzigsten Juni in gesamter Zürich stattfinden wird.
00:05:48: Festivalzentrum ist die Fotobasteil, ich sage dann zum Schluss noch was!
00:05:53: Also unser Thema ist deshalb heute auch Kinship.
00:05:57: Und bevor wir da eindhauchen in diesen Begriff einerseits, was er für dich bedeutet vielleicht auch etwas für mich bedeutet oder auch für euch im Publikum ihr werdet Möglichkeiten haben Fragen zu stellen.
00:06:12: Möcht ich aber noch über dein drittes Buch sprechen?
00:06:15: Was jetzt kommt nämlich sein erste Roman Ja also im Internet Stand August, September.
00:06:26: Aber jetzt hast du gesagt am einundzwanzigsten Juni wird es erscheinen?
00:06:30: Zeit der Monsters.
00:06:31: Pünktlich als Urlaubslektorin.
00:06:34: Oh, stimmt!
00:06:35: Kannst ihr alle in den Urlaub fahren?
00:06:37: Ich freue mich für euch.
00:06:38: Ich gönne es euch absolut und ich freue mich natürlich wenn ihr die Monster mitten nehmt.
00:06:44: Magst du ein bisschen was erzählen zu diesem Roman, der da kommt?
00:06:48: Ich kann das gerne versuchen.
00:06:50: Mein Lector hat mal gesagt... Dieses Buch zu beschreiben fühlt sich so an, wie wenn man betrunken einen David Lynch Film nachzuerzählen versuchen würde.
00:07:01: Das
00:07:03: hat dir durchaus eine Brutalität.
00:07:05: Ja
00:07:06: schon auch eine gewisse Heiterkeit vielleicht auch.
00:07:10: aber ja das ist mein erster Roman und situiert ist die Geschichte in einem Viertel dass auch nicht näher benannt wird, beziehungsweise wird es als Sumpf- oder Sumpffittel beschrieben.
00:07:27: Warum steht dann auch im Text?
00:07:30: Und in diesem Viertel gibt es kursierte eine Prophezeiung über das Ende der Welt und diese Propheziung erfüllt sich auf einer Art und Weise als eine selb erfüllende Prophezieiung völlig unerwartet.
00:07:49: Es ist sozusagen in Viertel in Aufruhe, ein Viertell auch das auch von außen und auch vom Inneren her sich unterschiedliche Herausforderungen und Gefahren stellen muss.
00:07:59: Und gleichzeitig aber auch eine sehr solidarische Gemeinschaft, in der auch Menschen ganz konkret zum Beispiel sich in einem Nachbarschaftsrat organisieren – es gibt auch einen Kapitel wo es eigentlich nur um ein Plenum dieses Nachbarschaftsrats geht.
00:08:17: Manchmal auch ein bisschen absurd und lustig, weil ich glaube alle die schon mal an einem politischen linken Plenum teilgenommen haben wissen auch das ist manchmal etwas satirisch sein kann zwischendurch aber auf eine sehr liebevolle Art und Weise.
00:08:34: Das Buch öffnet so ganz viele unterschiedliche geografische biographische Räume die anfangen auch auf unterschiedlichen Zeitebenen ineinander zu greifen.
00:08:46: In meinem Kopf ist es sozusagen eine, versucht es eine Totalität zu fassen.
00:08:50: Eine bewegliche Totalität in der die einzelnen Bestandteil, die einzelne Figuren und ihre Geschichten und ihre Wunden und ihre Kämpfe und ihre Vorstellung von dem wie man für eine bessere Zukunft kämpfen sollte anfängt irgendwie miteinander sich ja in Verhältnis zu setzen und manchmal so kollidieren aber auch in ganz neuen spannenden Symbiosen aufzugehen.
00:09:17: Also ja, war das jetzt so David Lynch betrunken?
00:09:21: Ja es hat was.
00:09:23: ich finde es mega spannend dass wir heute hier in diesem Deep Talk jetzt das schon erfahren dürfen, also danke schon mal.
00:09:31: Und auch dieses Zusammenhängen der Gespräche die ich hier schon führen durfte zum Beispiel die Bieleberg war da sie hat ja Utopia geschrieben auch eine Zukunftsperspektive die dann wirklich sehr positiv ist aber auch was gewisse Parallelen höre ich da auch im Sinne von eben der Gemeinschaftsgedanke Solidarität.
00:09:55: Und was ich jetzt bei dir aber sehr spannend finde, in dem Sinne einer Apokalypse.
00:10:00: Das ist ja eine Dystopie also... Ich habe vorher überlegt, dass das eine utopische Dystopi oder machen wir quasi auch einfach das Beste draus?
00:10:09: So und dann ist es schon fast wieder real so.
00:10:15: Was hatte dich dazu inspiriert oder wie bist du darauf gekommen, das so zu bearbeiten diese Zukunftsvorstellung?
00:10:23: Das ist eine sehr gute Frage.
00:10:24: Ich meine, du hast ja gerade schon den Begriff der Apokalypse eingebracht und ich glaube so im herkömmlichen Sinne was tatsächlich viele Menschen mit Apokalipse verbinden auch durch diese ganzen Filme wie apokalypsonau fällt mir jetzt so unmittelbar ein.
00:10:39: Das ist biblisch oder?
00:10:42: Total es ist biblisch!
00:10:43: Und in der Bibel auf dem Bahrung des Johannes was ja eigentlich so eine der populärsten apokalyptischen Erzählungen Prophezeiung ist, hat Apokalypse aber eigentlich ne Doppelbedeutung.
00:10:56: Also es bedeutet nicht unbedingt nur Zerstörung Katastrophe sondern vor allem auch Offenbarung.
00:11:03: also deswegen heißt das die Offenbahrungen des Johannes.
00:11:10: Was sozusagen darin steckt, ist der Gedanke dass wenn etwas endet es nicht zu Ende ist sondern sich damit immer auch etwas Neues öffnen.
00:11:20: Und ich habe gestern auch hier auf dieser Bühne versucht ein Zitat zu zitieren, dass sich aber dann nicht zusammenbekommen habe.
00:11:27: Aber heute unter der Dusche ist es mir dann doch wieder eingefallen.
00:11:31: Ich glaube das Zitat ist von Manjes Berber und es heißt irgendwie in jeder Generation muss es Menschen geben die so leben als wäre... Als gäbe es nicht einen Anfang und ein Ende sondern als gäbe Es ein Ende und dann immer ein Anfang.
00:11:46: Und ich glaube, das steckt für mich auch in der Apokalypse drin.
00:11:49: Das sozusagen in jedem Ende immer das Neue und vielleicht nicht unbedingt näher beschrieben als es unbedingt gut also das utopische durch scheint aber dass in jeder Gegenwart so sehr in ihr auch all die Wunden der Vergangenheit klaffen auch immer ein gewisser utopischer zukünftiger Überschuss enthalten ist, den wir eben kollektiv ergründen und nähren und freilegen müssen.
00:12:18: Und das ist, glaube ich, das bei sich interessant finde an der Apokalypse.
00:12:22: Es ist natürlich auch kein Wunder, dass jetzt gerade in einer Gegenwart die sich eben sehr dystopisch anfühlt oder auch in weiten Teilen dystopisch ist weil wir es mit ganz neuen... Mit einer Zerstörungswut von politischen Akteuren zu tun haben, die gar keinen Geheimnis draus machen also die ganze Trump-Riege.
00:12:40: aber wir haben auch im Silicon Valley diese Tech Bros, faschistischen Tech Bros.
00:12:48: die auch irgendwelche faschisten Manifeste veröffentlichen indem sie sich eigentlich von der Idee von Humanität und Menschlichkeit wie wir sie eigentlich verteidigen wollen verabschieden und das in aller Offenheit aber in der es auch natürlich sowas wie KI und neue technologische Entwicklung Menschen sehr viel Angst einjagen Was aber durch die Geschichte betrachtet schon immer so war, also auch beim Internet haben Menschen Panik bekommen.
00:13:12: Bei Computern haben Menschen panik bekommen, aber es ist natürlich auch sehr berechtigt bei KI auch sehr skeptisch zu sein wenn man sich das anschaut wie auch weiß ich nicht automatisierte neue Waffensysteme durch KI.
00:13:25: Also hat schon sehr viele dystopische Elemente Die Gegenwart, die ich auch versucht habe in dem Buch mit einfließen zu lassen Ich glaube, was für mich sehr wichtig war.
00:13:36: Wie gesagt einmal auch in der Gleichzeitigkeit immer die utopischen Elemente freizulegen.
00:13:43: und was ja ganz oft fehlt in dystopischen Erzählungen im Film ist wie ist es eigentlich dazu gekommen?
00:13:52: Weil man hat ganz oft das Gefühl dass die Dystopie einfach dieser natürlichen Zustand unumflößlich ist und er einfach existent ist.
00:14:02: Und deswegen ist, glaube ich für mich auch so einerseits das sozusagen auch irrationale und mystische in der Gegenwart zu fassen aber gleichzeitig dass auch so entmystifizieren indem ich mir anschaue wie ist es eigentlich historisch zu dieser Apokalypse gekommen?
00:14:16: Deswegen gibt es auch in dem Roman also es ist natürlich eine effektive Erzählung.
00:14:22: Es ist mein erster bellettristischer Versuch immer wieder historische Rückblicke, die dann immer weiter in der Geschichte zurückgehen um da auch eine Historicität herzustellen und zu sagen okay die Apokalypse oder wenn man sie als dystopie begreifen will ist es nicht Naturgesetz.
00:14:45: Ja ich habe ganz viele Gedanken dazu was du jetzt gesagt hast.
00:14:48: also einerseits höre ich da auch viel.
00:14:52: oder Hoffnung, also Hoffnung ist so ein Gedanke im Sinne von man ist nicht unbedingt ausgeliefert.
00:15:00: Oder diese Dystopie muss nicht unbedingt so eintreffen wie wir sie vielleicht uns vorstellen natürlich mit.
00:15:09: Also Angst ist ja auch immer ein Gefühl, was eine Berechtigung hat und uns warnt.
00:15:14: Und dass wir aufpassen, dass wir wachsam sind, das wir dagegen halten – und das höre ich wiederum auch da drin!
00:15:24: Was ich auch spannend finde, sind diese Gleichzeitigkeiten.
00:15:27: Jetzt hast du KI zum Beispiel erwähnt die gleichzeitig Gefahr der KI und vielleicht aber auch jetzt... Ich bin tätig in der Inklusion da ist KI natürlich mega wichtig schafft sehr viele Zugänge.
00:15:45: im Beispiel von meiner Tochter Sie nutzt ein Kommunikationsgerät.
00:15:50: Wir haben zwar auch Gebärden, die wir nutzen.
00:15:52: Die haben wir ja vorher mit Noa, der hier auch sitzt und uns unterstützt.
00:15:56: Sie ist auch Assistenzperson.
00:15:58: Hallo Noa!
00:15:58: Danke übrigens für alles was du für uns tust.
00:16:02: Genau sie gebärtet und nutzt dieses Kommunikation Gerät und das ist in dem Sinn auch digital.
00:16:09: oder viele Menschen, die ich kenne mit Mehrfachbehinderungen.
00:16:13: Die kommunizieren können mit Unterstützter Kommunikation was nie möglich gewesen wäre.
00:16:18: Die Menschen werden in ihren Zimmern alleine gelassen und unterschätzt gewesen.
00:16:24: Und da höre ich ganz viel oder so.
00:16:26: es gibt immer diese dystopische Vorstellung oder einfach gesagt die negative Vorstellung und gleichzeitig kann aber darin auch eine Chance sein.
00:16:38: Und was ich auch höre ist eben natürlich jetzt auch in Bezug auf Kin und Kinship, dass so dich also auch nochmals wie auch schon in radikale Zärtlichkeit jetzt einfach auch künstlerisch oder im Beletristisch mit Diesem Begriff der Wahlverbandschaft oder der Gemeinschaft, Liebe auseinandersetzt.
00:17:02: Hör ich das nur?
00:17:03: Oder schon auch drin?
00:17:05: Das
00:17:05: trifft absolut zu!
00:17:08: Ich habe auch gestern erst im Gespräch... Ich weiß nicht ob er auch hier ist, Carlos ein... Du bist wirklich in der allerdunkelsten Ecke von einem.
00:17:18: Ich hab dich niemals gesehen.
00:17:19: Da lest
00:17:19: du die Artikel vom Carlos.
00:17:21: Genau, Carlos
00:17:21: Hannibal.
00:17:23: Wir haben gestern auch Zum geines Interviews, auch über diese Dinge gesprochen.
00:17:29: Und wir haben zum Beispiel auch über so was gesprochen wie... Also ich habe dann auch... Es ist
00:17:33: ein Interview für die Republik genauer.
00:17:35: Darf man sich das finden?
00:17:38: Genau und ich hab auch erzählt dass in den vergangenen Jahren also ich bin ja eh immer so mein Schreiben ist ja meine Suchbewegung.
00:17:47: Ich bin immer auf der Suche nach Verknüpfungen einen Dialog zwischen meinen Gedanken, aber auch zwischen meinen Gefühlen und Gedanken.
00:17:59: Also da ist immer extrem viel los.
00:18:01: ich sag auch immer meine bevorzugte eigentlich Kommunikationsform oder die Materialisierung meiner Gedanken wäre gar nicht vielleicht Bücher, sondern im besten Fall ist so eine drei D meint map.
00:18:13: Wo ich dann auch immer so Elemente bewegen könnte und dann sie näher einander schieben und an sie wieder auseinander zähren wird
00:18:18: vielleicht das nächste Projekt und dann stellst du am Kind.
00:18:22: Dann hoffentlich noch was machen
00:18:24: gerne mich bitte einsam.
00:18:26: Und ich glaube dass dann mich in den letzten Jahren sehr viel beschäftigt hat ist auch natürlich in einer Zeit mit einer Zeit, die ich auch als eine Zeit der Faschisierung bezeichnen würde.
00:18:40: In der unterschiedliche Vorstellung von Körperpolitik und Gefühlspolitiken natürlich gerade wieder ein Comeback erleben wie zum Beispiel sowas von soldatischer Männlichkeit oder generell Dagmar Herzog eine Philosophin hat vor, ich glaube im letzten Jahr einen Buch über Faschist-Body, der faschistische Körper veröffentlicht.
00:19:08: Wo es sogar sehr stark darum geht wie die politische Rechte jetzt wieder natürlich gewisse Körperideale eigentlich dir aus dem deutschen Faschwismus auch italienischen Faszismus oder aus der faschaistischen Tradition stammen widerstark machen indem es sozusagen um den Widerstandsfegen harten.
00:19:26: also sind sozusagen Politiken der Abhärtung.
00:19:30: Und dieses Hartsein hat mich persönlich auch sehr viel beschäftigt in den letzten Jahren und ich habe dann wieder das Bedürfnis entwickelt auf eine Art und Weise nach dem Hass, der auch total seine Gleichzeitigkeit und seine Berechtigung auch in dieser Mindmap hat.
00:19:46: Aber vielleicht wieder irgendwie mehr die radikale Zärtlichkeit und Wege der Sandstreit zu suchen?
00:19:52: Das hat bei mir zum Beispiel sehr viel über die Auseinandersetzung mit Trauer funktioniert also Die Trauer, darüber für eine Welt zu kämpfen, die ich wahrscheinlich nie sehen werde.
00:20:05: Eine Trauer um verpasste Zukunfte und verpasse Gegenwarten.
00:20:10: Und auch eine Trauer einfach über die allgegenwertige Grausamkeit, über Kriege und Genuzide und all diese Dinge... Die fehlenden Trauerräume auch dafür, die es nicht gibt.
00:20:25: Weil man die ganze Zeit eigentlich damit beschäftigt ist von einer Katastrophe zu der nächsten zu eilen und darüber habe ich dann wieder versucht so Wege für mich persönlich auch der Sandheit zu suchen, die glaube ich in dem Buch auf eine Art Weise, indem sie da auch verhandelt werden.
00:20:41: Und deswegen ist das Es ist ein sehr lustiges Buch auch.
00:20:46: Also ich finde es ja lustig, weiß nicht wie es andere Leute empfinden werden.
00:20:50: Es spielt auch sehr stark mit einer gewissen Ironisierung und wird auch so Motiven von so groteskel.
00:20:56: aber gleichzeitig ist glaube ich auch ein sehr trauriges Buch.
00:21:00: und jemand den ich kenne der das gelesen hat gesagt es ist ein Tod Trau, nicht tot.
00:21:06: Ich glaube er hat tief trauriges Buch in den schillerndsten Farben gesagt und ich glaube das trifft es vielleicht ganz gut weil ist auch so generell.
00:21:15: wir haben ja auch vorhin als wir uns gesehen haben über die Gleichzeitigkeiten gesprochen die wir gerade sowieso alle fühlen also all des schöne und die pracht und herrlich
00:21:24: war.
00:21:24: so die frage wie geht es dir eigentlich so und so?
00:21:28: aha ja gut Eigentlich gut, wenn ich es so in mich reinspüre.
00:21:33: Ja gut, das sagst du ja auch doch aber wir mussten schon nachdenken darüber.
00:21:39: Aber natürlich diese Trauergefühle und eine gewisse... Schwere, die sich manchmal im Körper, also wirklich körperlich breit macht und vielleicht auch dadurch dieses Bedürfnis.
00:21:52: Also ich... mir geht es sehr, sehr ähnlich.
00:21:55: Die letzten Jahre als ich mache jetzt das so ... Ich weiß nicht wieso?
00:21:59: Wann haben wir uns gesehen?
00:22:00: vor zwei oder drei Jahren?
00:22:01: Mache ich das jetzt acht oder zehn Jahre?
00:22:03: Keine Ahnung!
00:22:04: Ich weiß einfach meine Tochter wird jetzt zwölf Jahre um mein Sohn einundzwanzig.
00:22:08: Das heißt an ihnen sehe ich so die Zeit wie lange ich mich auseinander bewusster mit Kehr, mit Feminismus und Mutterschaft.
00:22:18: Mit Verbindung mit Familie in allen Formen.
00:22:22: Ich glaube ich hatte eine sehr starke Phase.
00:22:26: auch im Zwei-Tausendneinzehn hatten wir in der Schweiz einen großen feministischen Streik, der sehr viel ausgelöst hat und es kam bei mir sehr viel Wut sehr viel motiviert war.
00:22:43: Aus Wut, aus Verletzungen.
00:22:46: Ich mutte sie auch eine Abgrenzungsemotion und sehr wichtig.
00:22:53: Und jetzt auch so vor allem im letzten Jahr dieses Gefühl von okay es ist okay wütend zu sein.
00:23:00: Es ist wichtig wütnd zu sein!
00:23:04: in gewissen Situationen hart zu sein, sich abzugrenzen.
00:23:07: Über Differenzen zu sprechen unbedingt und gleichzeitig wieder dieses Gefühl eben von dieser Zärtlichkeit wie finden wir einander?
00:23:16: Wie verlieren wir einandern nicht?
00:23:18: Und wo ist es aber auch die Traue und die Enttäuschung darüber dass es keine Verbindung mehr gibt und keine mehr geben wird.
00:23:28: so.
00:23:28: Aber Eine Phase, wo es sehr darum ging wer bin ich und wer bist du.
00:23:34: Und was unterscheidet uns?
00:23:36: Was haben wir für Unterschiede in unserer Geschichte, unsere Körper, unsere Prägung?
00:23:42: und jetzt dieses starke Gefühl von suchen wir wieder nach dem Gemeinsamen noch mehr.
00:23:49: also sprechen wir über diese Differenzen aber suchen wir darin das Verbindende vielleicht ist das ein bisschen ähnlich und dann natürlich darin dieser diese Sehnsucht vielleicht auch nach oder auch diese Erkenntnis.
00:24:04: Das System wird mir nicht helfen, also ich helfen wir uns gegenseitig.
00:24:09: Oder vielleicht auch dieses... Diese Erkenntnisse die Kämpfe haben natürlich zur Verbesserung geführt.
00:24:17: Es gibt Sozialsysteme jetzt es gibt mehr Rechte aber es ist nicht da wo wir's haben möchten.
00:24:25: Also wie können wir uns helfen?
00:24:27: und da natürlich dann dieses Bedürfnis nach Gemeinschaft, noch Wahl, Familie genau?
00:24:34: Und dann aber auch ... Da eine gewisse Skepsis immer wieder ich weiß nicht wie dir das geht wenn du jetzt an deinem Roman geschrieben hast oder vielleicht auch in deinen eigenen Zukunft entwürfen oder gegenwärtsentwürften Wir wissen ja auch, dass Gemeinschaft nicht einfach ist.
00:24:57: Auch wenn wir sie links und intersektional denken immer wieder Hierarchie und Macht und Verletzung produziert.
00:25:08: Hast du diese Gedanken?
00:25:11: Total!
00:25:11: Ich musste gerade auch, als ich dir zugehört habe daran denken das in dem Buch der sich geschrieben Diese Sehnsucht, die du gerade beschrieben hast auch eine sehr große Rolle spielt.
00:25:24: Also ich glaube das auch gerade in Zeiten der Erschütterung und der Unsicherheit und der Verkettung von Katastrophen bei vielen Menschen so eine Sehensucht nach Rückkehr zum vermeintlichen Paradies einsetzt und die Vorstellung von, also man sieht das sozusagen in reaktionären politischen Kräften, die genau damit spielen mit so einer Art von Nostalgie.
00:25:48: Also sozusagen kommt zurück zu einer... Vergangenheit, die es aber auch nie gegeben hat.
00:25:54: Es ist sozusagen eine Imagination einer Vergangenkeit, die sie aber so eigentlich nie gegeben haben.
00:25:59: und gleichzeitig haben wir einen Linke, die daran arbeitet, eine Zukunft zu imaginieren, die das auch noch nicht gegeben hat.
00:26:05: und in dem Hohlraum dazwischen gibt es halt Menschen, die auf irgendeine Art und Weise diese Sehnsucht nach Rettung übersetzen wollen.
00:26:16: bei manchen eben führt das dazu, dass sie die Flucht ins private wieder einschlagen und im besten Falle bei anderen Menschen.
00:26:26: Die Einsicht des schicksales Menschen ist der Mensch.
00:26:30: also wir haben gar keine andere Möglichkeit als uns zusammen zu tun und einander Halt zu geben.
00:26:39: und wenn man sich das auch historisch anschaut in der Anthropologie oder Evolutionsbiologie, ich weiß, ich bin weder das eine noch das andere.
00:26:49: Sieht man auch die herrschende Erzählungen im Kapitalismus, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist und wir eigentlich nur darauf warten uns zu zerfleischen?
00:27:00: Das ist gar nicht stimmt!
00:27:02: Gerade in Krisenzeiten Menschen immer ihre kooperativsten Eigenschaften entwickeln.
00:27:10: Die Refokussierung darauf ist irgendwie total wichtig, um auch diese Offenheit.
00:27:15: Letztendlich eine Verhärtung ist ja auch ein sich verschließen.
00:27:19: Man verhärtet ja auch, um eben nicht wieder verletzt zu werden Auch in den Räumen, indem wir kämpfen und in denen wir auch miteinander auskommen müssen.
00:27:28: letztendlich Aber genau es ist dann die Frage von wie was öffnen wir?
00:27:34: Was bleibt weich Um all diese Möglichkeiten immer noch zumindest zuzulassen?
00:27:41: Ich weiß ja, ob du es gerade auf deine Frage geantwortet hast.
00:27:43: Aber sonst hören wir noch mal deiner Frage.
00:27:45: Ich höre dir gerne zu Nicke ganz
00:27:47: oft
00:27:48: von dem her ist das egal.
00:27:49: Ob ich wüsste sind auch nicht mehr... Wir vergessen ja viel!
00:27:52: Das haben wir im Vorgespräch auch
00:27:53: gesagt.
00:27:55: Also bei mir zumindest kann man sagen vielleicht liegt langsam am Alter aber ich weiß es nicht genau.
00:28:01: Vielleicht?
00:28:02: Auch weil's halt
00:28:03: viel.
00:28:03: Es ist komplex.
00:28:05: also wenn ich oder dir zuhörig dann ich denke diese rechten Narrative.
00:28:13: Es geht ja auch immer um Einfachheit, es geht um einfache Lösungen eben zurück zu einer romantischen Vorstellung von Vergangenheit.
00:28:21: Früher war doch alles besser, früher war klar Mann Frau zwei Kinder sie macht Kehr er geht arbeiten ist doch super!
00:28:30: Es ist doch so anstrengend jetzt das so zu lösen.
00:28:34: und Natürlich hat das was einladendes und dazu glaube ich auch, oder ich weiß nicht wer es war hier in die Tagnachmal gesagt hat.
00:28:43: Die rechten Fragen nie bist du rechts genug um dich uns anzuschließen?
00:28:49: Und das ist natürlich auch einladend, oder?
00:28:54: Genau!
00:28:55: Aber jetzt wolltest du eigentlich noch...
00:28:58: Jetzt habe mich noch eingefallen genau wo deine Frage hinführte und zwar vielleicht auch genau die Die Einsicht für ganz viele Menschen, das ist sowas wie... Also in den letzten Jahren gab es ja gerade in so liberal feministischen oder antirassistischen Kreisen sehr stark die Vorstellung von Safe Spaces zum Beispiel.
00:29:15: Wir schließen uns zusammen und haben die Hoffnung da eben diesen sicheren Hafen vielleicht dieses Paradies für uns zumindest im Kleinen zu kreieren.
00:29:25: Und in sehr vielen Fällen, die ich kenne, ist diese Romantisierung auch von Gemeinschaft Zerborsten an ihren eigenen Ansprüchen, weil wie du es auch schon gesagt hast überall wo Menschen zusammenkommen gibt es Widersprüche und eigentlich also die kann man nicht aufheben.
00:29:44: Was wir tun müssen ist nicht so tun als gäbe es diese Widersprüche nicht sondern sie in sozusagen produktive Konflikte.
00:29:49: das ist ja sozusagen eine ethische Aufgabe sie in produktive konflikte umzuwandeln und Das können
00:29:58: wir kurz da bleiben weil das finde ich super wichtig oder einerseits Ich habe das auch am Anfang der Moderation mehr gesagt, wir haben hier einen Safer Space.
00:30:13: Und es stimmt nicht!
00:30:15: Weil ich weiß ja nicht, wer genau hier ist und was dieses Gespräch auslösen kann und wo dieser Mensch sich gerade in welchem Prozess befindet?
00:30:25: Was hat dieser Mensch
00:30:27: erlebt?!
00:30:28: Und es war spannend, auch in der Inklusions-Community das zu besprechen.
00:30:33: Dass es eigentlich nie einen Raum gibt, der wirklich für alle so safe ist wie wir uns das wünschen oder wünscht würden.
00:30:40: Wie gehen wir damit um?
00:30:42: Ich weiß nicht, vielleicht hast du Ideen... Bei mir ist es aktuell so, dass ich immer wieder, also ich finde wir müssen kritisch bleiben mit uns.
00:30:51: Das find' ich etwas sehr Wichtiges.
00:30:53: Also das wir nie aufhören und selbst unseren Aussagen unserer Sprache den Themen die wir bearbeiten unseren Vorurteilen Zuschreibungen auseinanderzusetzen.
00:31:06: Dass diese Arbeit nie fertig sein wird und dass wir Fehler machen und dass wir Fehler machen dürfen.
00:31:13: Und das es wichtig ist, dass wir sie uns auch mitteilen... also dass wir uns mitteilen was einen verletzt hat oder einem genau.
00:31:24: Also und dass wird darüber sprechen können, dass es diese analogen Räume gibt oder diese Formate wo wir dann über das sprechen können.
00:31:31: ich weiß nicht wie.
00:31:33: was denkst du?
00:31:34: Was was wir machen müssen?
00:31:36: Ich glaube ganz auf den Raum an und auf das, was man in diesem Raum eben erreichen will.
00:31:43: Also meine Erfahrung aus den letzten Jahren von Aktivismus ist es überhaupt nicht förderlich ist wenn Menschen in politische Räume oder Organisationen gehen mit der Vorstellung dass diese Orte völlig sicher sind weil ich glaube Sicherheit ist auch erstmal etwas extrem individuelles also etwas sehr persönliches.
00:32:06: ein Gefühl von Sicherheit kann auch etwas sehr trügerisches sein, weil manchmal ... füllen wir uns mit Strukturen oder mit Beziehungsdynamiken sicher, die uns auch schaden.
00:32:17: Das ist zum Beispiel der Grund warum sehr viele Menschen in toxischen Beziehungen sehr lange verwallen weil es auf eine Art und Weise eine Sicherheit
00:32:23: vertraut
00:32:24: ist.
00:32:24: Genau!
00:32:24: Weil das vertraute ist, was man gelernt hat und wo man gelernt hatte sich zu adaptieren.
00:32:30: und deswegen ist glaube ich für mich in den letzten Jahren generell der Begriff der Sicherheit erst mal ein sehr fragwürdiger geworden.
00:32:38: und zb in den politischen Räumen in denen ich unterwegs bin sagen Das ist kein Safer Space, das ist ein Braver Space.
00:32:45: Also das ist einen Ort wo wir gemeinsam lernen was es bedeutet gemeinsam Mut zu fassen eben Konflikte auszuhandeln und überhaupt sie erst auch immer natürlich erstmal anzusprechen weil auch das fällt natürlich nicht allen Menschen gleichermaßen leicht.
00:32:59: Und ich glaube auch, dass wir auch sehr stark unterscheiden müssen mit was welche Räume oder Gruppen in denen wir unterwegs sind leisten können.
00:33:07: Wenn wir da sozusagen mit einem therapeutischen Anspruch rangehen und die Hoffnung haben, die ich sehr gut nachvollziehen kann zum Beispiel im politischen Aktivismus auf eine Art und Weise zu heilen dann werden wir, glaube ich sehr wahrscheinlich enttäuscht werden.
00:33:23: Weil die Menschen dort vielleicht gar keine therapeutische Ausbildung haben um das mit uns durchleben zu können und dass uns bewusst sein muss, dass wir in allen Räumen, in denen wir unterwegs sind auch immer andere Menschen sind oder anderen Rollen da sind.
00:33:36: und es ist sehr darauf ankommt in welcher Rolle bin ich da?
00:33:39: Und warum?
00:33:40: Und natürlich diese politischen Projekte an denen wir manchmal arbeiten auf Projekten sind, die bei uns persönlich und vielleicht auch über unsere eigener Verwundung auch hinausweisen müssen.
00:33:50: Und ja, das sind sehr viele Widersprüche, glaube ich.
00:33:53: Die man gleichzeitig aushalten muss und ich glaube da gibt es keinen einfaches Los zu sagen.
00:34:02: Was ist jetzt das Wort Heilung?
00:34:06: Hatte die Arbeit in deinem Roman für dich?
00:34:09: also anstatt in diese Ruhe wegzugehen und diese Art von Heilung zu erfahren hat dieser Roman oder das schreibendes Roman so etwas ausgelöst?
00:34:19: war dass Wir können auch das Wort Heilung und Heilen natürlich auseinandernehmen.
00:34:26: Es ist ein schwieriger Begriff für die einen Menschen, und hat sehr viel mit Gesundheit und Vorstellung von gesund zu tun – ich meine es vielleicht weniger so.
00:34:36: aus der Prozess ein gutes positives Gefühl oder etwas loszulassen, etwas zu verarbeiten, so mein ich das.
00:34:47: Sehr gute Frage!
00:34:49: Also was ich auf jeden Fall erlebt habe jetzt, als ich den Roman geschrieben habe war das ist ein viel befreiteres und viel fröhliches Schreiben wahr.
00:34:58: Was ist
00:34:59: da Unterschied zum Sachbuch?
00:35:02: schreiben?
00:35:02: Ich meine der Unterschiede zu dem Sachbuch ist natürlich also erstmal mit sowas wie Fiktion und Vorstellungskraft spielen war einfach etwas was mich natürlich sehr herausgefordert hat wo ich ganz ganz viel lernen musste weil Ich wusste nicht, wie man richtig plottet.
00:35:17: Ich wuste auch nicht, was ein Charakterzeichner macht.
00:35:20: Das waren alles Dinge, die ich erst im Prozess gelernt habe.
00:35:25: Aber es war in vielerlei Hinsicht eine sehr befreite Schreiben, weil bei den Sachbücher natürlich ... Da arbeitest du irgendwie mit Argumenten, da arbeiteste auch mit Referenzen und Bezüge von anderen Autoren.
00:35:39: Also das mache ich ja sehr viel in meinen Büchern, dass sich eigentlich die ganze Zeit Ich versuche auch die Autorinnen, die ich gelesen habe und ihre Gedanken in Dialog zu bringen.
00:35:50: Aber das ist natürlich auch ein Job mit einer krassen Verantwortung, weil ich möchte diese Menschen ja nicht irgendwie falsch zitieren oder an einen Licht rücken, wo ich denke, dass würde denen nicht gerecht werden.
00:36:01: Also ich hab das Gefühl beim Sachbuch schreiben und natürlich, weil es auch politische Sachbücher sind auf die dann auch mit einer politischen Debatte geantwortet gibt es viel mehr Fallstricke.
00:36:13: gerade wenn ich eben aus einer linken migrantischen feministischen Perspektive schreibe, wo Leute nur darauf warten eigentlich dass ich irgendeinen Fehler mache.
00:36:22: So, ich glaube das ist so ein Schatten der natürlich auf dem Schreibprozess den Arbeitsprozessen liegt.
00:36:27: und bei dem Roman war ich so hey das ist Fiktion.
00:36:31: Und wenn ich irgendwas falsch mache also falsch in Anführungszeichen kann ich einfach das sagen was irgendwie sexistische weiße Männer schon seit Jahren sagen wenn sie wieder irgendwelche sexistischen Ergüsse hatten in ihren Romanen wo sie sagen man muss den Künstler von der Kunst trennen.
00:36:46: Das nicht meine Verantwortung dass meine Hauptfigur so reden und ich bin so genau das mach' ich jetzt auch!
00:36:51: Cool.
00:36:53: Nee, aber ... ich glaub es war auch so befreiend weil in den Romanen ja, weil es so ein Denken durch unterschiedliche Zeiten, durch unterschiedlich Geografien waren die nicht mich dann selber zum Teil bewegt habe und ich auch einfach sehr viel beobachtet habe.
00:37:10: also erst mal wirklich so unvoreingenommen zu beobachten was passiert eigentlich in meiner Nachbarschaft?
00:37:17: Was sind das für Menschen wie Bewegende sich Arbeiten ihre Gesichter.
00:37:25: Die Romanfiguren sind sehr viel an Menschen einfach in meinem Umfeld, meiner Nachbarschaft angelehnt und ich glaube es ist so ein viel ungefiltertes Beobachten in der Welt und dann zu schauen okay wie was kann ich daraus heraus destillieren und verdichten?
00:37:40: Es hat einfach sehr viel Freude und Spaß gemacht und ich glaub auch ehrlich gesagt dass sie eigentlich schon immer Romane schreiben wollte.
00:37:47: also ich habe schon als Kind Also ein Roman, den ich mal als Kind geschrieben habe.
00:37:53: Der Roman hieß der Schulball.
00:37:56: Es gab einen Schulball so aber dann ging es ganz wieder darum wer mit wem auf den Schulball geht und dann machen die Lehrer in grumbelste Dinge auf diesem Schulball.
00:38:03: Aber ich hab schon als kind immer extrem viel geschrieben wenn mir als kind auch immer sehr langweilig war.
00:38:10: Und aber ich habe ganz lange gedacht so dass wir haben auch uns eben am backstage auch darüber unterhalten So diese forschung Ich schreibe ein roman Und natürlich auch gerade um Autorinschaft, so viele Mythen und diese Genieerzählungen ranken.
00:38:28: Ich kann das machen, ich bin es.
00:38:31: Warum ich Journalismus gemacht habe und angefangen habe, Sachbücher zu schreiben war, dass ich das Gefühl hatte, da hab' ich noch eine Berechtigung, weil da kann ich aus einer Position vielleicht sprechen oder in Sprechern Position einnehmen die was zu sagen hat und die irgendwie auch hauglich ist und nützlich.
00:38:49: Und aber einen Roman zu schreiben, wo erst mal sozusagen diese Nützlichkeitsvorstellungen nicht am Vordergrund stehen hatte auch etwas sehr Freien.
00:38:58: Diese Vorstellungen des romantischen Schreibens und das ist ... rauchend und trinkend im Eelen Schmerz erfüllt am Schreibtisch, währenddem die Frau natürlich den Kind erscheint.
00:39:13: Oder
00:39:14: eben auch der einsame Wolf, der schreibt und genau...
00:39:19: Als wir über KI gesprochen haben, denken wir jetzt noch mal sagen über die Vorteile von KI, zum Beispiel für Mensch mit Bänderung gesprochen hast.
00:39:27: Es gab ja vor ein paar Wochen glaube ich diesen super krassen Skandal als eine holtische Literatur-Norwellpreisträgerin deren Namen mich jetzt vergessen habe zugegeben hat...
00:39:38: Ich kann es leider auch nicht so sein, das wäre jetzt super mutatiert wenn
00:39:46: ich ... Ich habe in ihrem letzten Buch dann wahrscheinlich zum Teil die KI konsultiert.
00:39:54: Aber sozusagen hat das von der KI schreiben lassen, sondern einfach Fragen gestellt hat wie ich habe eine Protagonistin, die ist in den achtziger Jahren an dem und dem Milieu.
00:40:04: welche Musik würde sie hören?
00:40:06: Und die Leute sind ausgerastet.
00:40:09: Man könnte meinen, sie haben das richtig persönlich genommen.
00:40:11: und wie gesagt ich verstehe die ganze Skepsis von KI.
00:40:14: Ich denke auch immer wenn es technologische Erneuerungen gibt dann sollten Sie in den Händen der Menschen sein.
00:40:19: Dann sollten wir darüber demokratisch verwalten können.
00:40:22: Das passiert natürlich nicht.
00:40:23: Stattdessen sind Sie an den Hände dieser faschistischen Tech Bros.
00:40:26: aber Meine Freundin Elef Kitschik, die selbst auch Künstlerin ist.
00:40:30: Und ich habe uns darüber unterhalten und sie hat etwas sehr schlausgesagt.
00:40:33: Sie war so ... Ich glaube diese Empörung über Oh mein Gott eine Autorin hat auf einer Art und Weise KI konsultiert was eben ein bisschen erst mal absurd ist weil alle Menschen die schreiben haben auch mal gegoogelt So, sozusagen.
00:40:47: es kommt eh nicht alles einfach aus dieser genialen Gedankenwelt.
00:40:51: Aber sie ist auch so... Ich glaube das hat auch sehr viel mit diesem Top-Haus von Genie und Schmerz zu tun weil wie kann eine Autorin es wagen diesen Schmerzenprozess der ja eigentlich in das Schreiben eingeschrieben sei musste zu verkürzen oder das einfach zu umgehen indem Sie einfach ne KI fragt sondern wir haben so nein du musst Leiden.
00:41:10: Du musst dir, weiß ich nicht, irgendwas abhacken bevor du irgendwie... Das ist glaube ich, das steckt da auch zum Teil drin.
00:41:17: Ja mir kommt ja nur gerade noch LinkedIn in den Sinn.
00:41:19: Vielleicht könnte man sich mal empören über all diese LinkedIn-Posts die von KI generiert sind Die sich alle gleich lesen.
00:41:27: Da würde ich jetzt noch zustimmen Wo sind eigentlich mal die selbstgeschriebenen LinkedIn Post?
00:41:35: Ich bin so glücklich.
00:41:37: Aber natürlich ist es ja eben diese Ja und dann natürlich auch super, wenn eine Nobelpreisträgerin bloß gestellt werden kann und zerfleischt werden kann.
00:41:48: das lieben ja die Medien.
00:41:49: Das ist leider so was ich mich noch gefragt habe in den Vorbereitungen oder auch die Frage, die uns jetzt immer wiedergestellt wird am Festival oder im Bezug auf das Festival?
00:42:01: Inwiefern ist Kindship auch?
00:42:05: oder was kann Kunst um Verbindung herzustellen, um Gemeinschaft zu stärken.
00:42:12: Oder wie hängen Kindship und Kunst und Kultur zusammen?
00:42:18: Und eine Künstlerin Flati Slava Savic hat in einem Video das einfach ganz simpel gesagt für sie ist es!
00:42:27: Kunst ist für sie kin, also es fühlt sich oder so wie wir dann darüber noch gesprochen haben.
00:42:33: Sie fühlt dich zu Hause in ihrer Kunst?
00:42:38: Sie fühlte sich verbunden mit Kunst?
00:42:43: Magst du da vielleicht noch ein paar Gedanken dazu?
00:42:46: Also ja weil ich das schon... Ich frage mich ja immer so Ich habe ja diese Motivation auch vom Schreiben oder irgendwie.
00:42:57: jetzt ich kann, ich kann leider nicht malen.
00:42:59: Ich kann leider auch nichts singen das will niemand hören.
00:43:02: aber ich hab das Gefühl irgendwie Kunst und Kunst zu schaffen ist irgendwie so ein Antrieb in welcher Form auch immer und dass es mir eigentlich so einen Gefühl gibt von da bin ich zwar irgendwie mit mir selbst aber irgendwie bin ich auch in Verbindung oder im Dialog irgendwie mit der Welt, oder mit dem was passiert.
00:43:26: Vielleicht ist das auch eine romantische Vorstellung ich weiß es nicht.
00:43:30: Also ja und nein... Ich bin eine Autorin die für einen kommerziellen Markt schreibt.
00:43:39: also ich schreibe kommerzielle Bücher Und habe dann natürlich auch mit den Herausforderungen und den Ansprüchen eines Marktes zu tun.
00:43:48: Also das kann ich gar nicht ausblenden, das will ich auch gar nicht romantisieren!
00:43:53: Ich glaube was für mich in dem Sinne von Kindship oder eines kollektiven Kunstmachens... Was ich darunter verstehen würde wäre schon was ganz anderes, was ich gerade mache.
00:44:06: Weil für mich ist es schon irgendwie auf eine Art und Weise klar Bücher schreiben ist auch meine Erwerbsarbeit so Und ich möchte Erwerbesarbeit persönlich romantisieren weil meiner Meinung nach sollte das erwerbs Arbeit erst gar nicht geben.
00:44:20: Die Frage ist natürlich, was für eine Art von Kunst oder Büchern ich schreiben würde.
00:44:23: Wenn es nicht meine Erwerbsarbeit wäre, das wäre noch mal eine andere Frage.
00:44:27: Aber es gibt ja auch so in der Literatur sehr interessante Diskussionen in den letzten Jahren.
00:44:33: Was bedeutet zum Beispiel Kollektives?
00:44:35: schreiben, warum steht eigentlich auf einem Cover-Titel nur der Name der Autoren?
00:44:40: Obwohl da ja auch ganz viele Menschen mit dran gewirkt haben.
00:44:43: Also von den Menschen die selektoriert haben aber auch von den Freundinnen und die Menschen, die das kommentiert haben.
00:44:49: Aber auch wirklich Menschen wie Bücher drucken, die mit ihren Händen sozusagen alles in der Kunst und Kultur immer das Produkt ist wie es Bertolt Brecht gesagt hat, die mit dem Kopf und den Händen arbeiten.
00:45:05: Und ich glaube dass das zum Beispiel das Literatur, glaub' ich da noch eine der Formsten ist, die da eigentlich am Reaktionärsten ist und das am wenigsten abbildet, während es vielleicht in einer Darstellengunst oder einem Theater nochmal ganz anders ist und ihr's dann nochmal ganz andere Sichtbarkeiten gibt.
00:45:23: Ich hab grad...ich war das aber ganz schön was du gesagt hast, mit der Vorstellung auch in der Kunst- und Kultur zu Hause zu sein.
00:45:30: Ich weiß nicht, ob es mir da um ein Zuhause sein geht oder mehr darum... Ja.
00:45:45: Es gibt auch in dem Roman eine Stelle wo es heißt irgendwie, da sagt einer Figur zu der anderen Man kann immer wieder zu Hause kehren, wenn zuhause ein Ort ist an dem man noch nicht war.
00:45:58: Und ich glaube das ist für mich eher sozusagen meine Vorstellung von Zuhause und vielleicht ist es deswegen auch Kunst dass ich dann auch immer versuche unterschiedliche Dinge zu machen sozusagen nicht irgendwie jetzt fünf Bücher über radikale Zärtlichkeit oder warum Liebe politisch ist zu schreiben sondern immer zu sagen, ich möchte mir selbst aus... Ich möchte meinen Exil vielleicht eher.
00:46:18: Weil es fühlt sich eher an wie ein Exil als ein Zuhause eigentlich so ein ständiges Exil sein und Die Verunmöglichung von Zuhause, weil wir nun mal in einer Welt leben, die das für sehr viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen verunmöglicht.
00:46:31: Und sozusagen immer mir mein Exil untersuchen und die Bewegungen, in der ich bin zumindest selbstbestimmt soweit es geht im kapitalistischen Literaturmarkt mitzugestalten und mitzubestimmen.
00:46:45: Ich glaube... Aber was ich auch sehr spannend finde an Frage von, was Kindship und Kunst- und Kultur miteinander zu tun haben ist auch würde ich auch sagen.
00:46:59: Was Kunst kann es Beziehungen herstellen?
00:47:03: Also Beziehung zwischen mir und der Welt aus der ich mich immer wieder sozusagen... Ich glaube diese Menschen sehr viele Menschen haben dieses Gefühl von ständig Welte zu verlieren und überhaupt Welt nicht halten zu können und dass ihnen alles entgleitet.
00:47:20: Und ich glaube Kunst kann sozusagen auf Beziehungen, diese Verknüpfung die manchmal auch durch die Verknappung unserer Lebenszeit und die Verknapfung unseres Gefühls von Lebendigkeit.
00:47:31: Auch was damit einhergeht wieder widerspürbar und auch sinnlich wahrnehmbar machen und wider Verknüpfung und Beziehung oder uns dabei helfen wieder zur Welt in Beziehungszusetzen und auch zu anderen Menschen mit denen wir gemeinsam Kultur erschaffen oder über Kultur nachdenken das Schöne und das Ware auch, so weil zum Beispiel im Wahrnehmen in dem Verb wahrnehmen steckt ja nicht umsonst die Wahrheit drin.
00:48:02: Weil beides auf eine Art und Weise zusammengehört.
00:48:04: also...
00:48:06: Ja ich wollte gerade sagen für mich ist oft Kunsträume besuchen eine Form eben von Erholung auch.
00:48:13: Also wie vielleicht dieser Safer Space, den wir zuvor erwähnt haben dort zu finden unter Umständen.
00:48:24: Ich suche mir natürlich aus welche Ausstellung ich besuche und du hast jetzt noch die das Wort Zuhause aufgebracht und auch das Wort Beziehungen.
00:48:35: Ich würde gerne noch über diese beiden Begriffe sprechen, bevor wir dann öffnen.
00:48:40: zum Publikum und ich schau schnell auf mein Handy nicht wegen den WhatsApp sondern wegen der Zeit.
00:48:47: Also
00:48:47: ich habe auch schon erlebt, war das bei dir im Podcast aus meinem Sohn mich angerufen hat?
00:48:52: Ich weiß nicht.
00:48:53: Und es ist ein bisschen gemein gewesen weil mein Handy spricht dann seinen Namen und es hat einen roten Herz dahinter.
00:49:00: Da kommt so sein Name Rotes Herz.
00:49:03: Sagt ihr denn das Handy die ganze Zeit?
00:49:05: natürlich war das für ihn.
00:49:07: Das werden sie dann rausgeschnitten.
00:49:10: Genau!
00:49:11: Gut, aber hat ja auch mit Zuhause zu tun.
00:49:15: Genau.
00:49:16: Immer dann erreichbar zu sein, wenn man eigentlich nicht erreichbaue.
00:49:19: Aber was bedeutet es für dich zu Hause?
00:49:22: So ganz simple gefragt.
00:49:23: vielleicht eine Frage die wir auch oft schon gehört haben.
00:49:26: Es gibt da ja auch so diese Kalendersprüche.
00:49:31: zu Hause ist ich weiß nicht kennt ihr sicher auch irgendwie solche kalendersprüchen Zu Hause ist, wo dein Herz dich hinträgt oder zu Hause ist.
00:49:41: Wo deine Liebe ist oder wo der Kühlschrank voll ist wenn es gut klingt?
00:49:47: Ich weiss nicht was bedeutet für dich zuhause
00:49:51: so eine schwierige Frage also
00:49:54: auch natürlich in Bezug auf Milrationsgeschichte in Deutschland leben, aber auch viel unterwegs zu sein.
00:50:03: Ich weiß nicht mehr, wie ich erinnere.
00:50:04: Als wir damals eben als im Podcast warst davor haben wir uns im Departierhaus Karl der Große getroffen und da ging es um Generationen auf diesem Podium.
00:50:14: Und ich glaube das war Winter und wir waren beide müde.
00:50:19: und dann hast du gesagt ja sie ist auch manchmal sehr anstrengend soviel in Hotels unterwegs zu Man ist ja nie in diesen Städten, möchte die vielleicht sehen.
00:50:28: Aber eigentlich mag man gar nicht mehr.
00:50:29: und soweit einfach.
00:50:30: das kommt mir da auch noch so in den Sinn.
00:50:33: Ja, ich habe mal einen sehr schönen Artikel über das Pendeln gelesen, da hat die Autorin geschrieben.
00:50:38: Man wird einfach zur Expertin der Unvollständigkeit weil immer etwas fehlt.
00:50:44: Ich glaube aber auch dass es gleichzeitig eine grundmenschliche Bedingung des menschlichen Daseins ist, dass man immer unvollständig ist und dass immer was fehlt.
00:50:53: Aber vielleicht sind für mich zu Hause Räume, in denen ich das geführt habe.
00:50:58: Dass es aber auch einfach in Ordnung ist dass etwas fehlt und dass es unvollständig ist.
00:51:03: Ich glaube auch einfach Orte wo ich das Gefühl hab mich erholen zu können.
00:51:06: Ich glaub Erholung ist für mich immer noch ein sehr großer Sehnsuchtspunkt.
00:51:13: Aber es könnten dann unterschiedliche Orte sein.
00:51:17: Ich habe auch sehr viel wie gesagt über dieses im Zuge der Arbeit, an dem Roman eben auch sehr viel über diese Vorstellung von Rückkehr an einen Ort zurückgehen.
00:51:27: Wie gesagt so vielleicht ist zu Hause eben... Vielleicht kann man immer nach Hause zurückkehren wenn zuhause ein Ort ist, an den man noch nicht gewesen ist.
00:51:37: Gleichzeitig sage ich das natürlich aus einer sehr privilegierten Position als eine Person die eine deutsche Staatsbürgerschaft hat und sich in großen Maßen auch aussuchen kann wohin ich reise und unter welchen Bedingungen aber genau Weshalb ich auch sagen würde, dass die Bewegungsfreiheit und Bleibefreiheit immer zusammengehört.
00:51:55: Und das ist eine ohne andere nicht denkbar.
00:52:00: Aber für mich ist zu Hause vielleicht ein Ort, wo ich gar nicht damit beschäftigt sein muss, die ganze Zeit ... Die verschiedenen Teile meiner selbst, die überall zerstreut liegen, immer zusammensuchen.
00:52:13: Sondern wo diese Zerstreuung einfach irgendwie okay ist.
00:52:16: Und wo ich einfach mich selbst ... Ertragen kann auch.
00:52:21: Das klingt bisschen negativ, aber im Sinne von Tragen kann ja... Wir haben auch gestern mit Carlos über das Thema Angst gesprochen und vielleicht ist zu Hause ein Ort an dem man angstfrei sein kann auf eine Art und Weise ohne sozusagen diese Mythos von es gibt eine absolute Sicherheit an Heim fallen zu müssen.
00:52:46: Und das wäre dann das ideale Zuhause.
00:52:48: oder weil ja eigentlich für sehr viele Menschen, dass Zuhauser gar nicht sicher ist.
00:52:52: genau kommt auch ganz viele Gedanken dazu.
00:52:55: also einerseits so die Diskussion auch mit vielen neurodivergenten Menschen die sagen im außen muss ich immer maskieren.
00:53:04: übrigens am festival haben wir mit lovis heus Ein Workshop, der anmaskingmuseum heißt.
00:53:12: Wo es eben darum geht dass wir auch immer auch hier im Raum oder Es gibt Grots also seit leise Also müsst ihr nicht hier eigentlich aber man macht das dann automatisch.
00:53:22: Man hat so gelernt wie gehen wir in einen Kunstraum?
00:53:26: Wie schauen wir eine Ausstellung an Wie ziehen wir uns an, wenn wir in die Oper gehen und so weiter?
00:53:32: Also da wird mir viel berichtet.
00:53:34: Es ist eine eben sehr große Anstrengung.
00:53:37: Es gibt sogar jetzt wissenschaftliche Untersuchungen dazu dass es ich glaube fünffache Anstregnung also fünffache Energieverbrauche für Menschen mit Neurodivergenzen nur schon das maskieren Dann natürlich zu Hause, im Idealfall das Loslassen möglich ist.
00:53:56: Vielleicht kommt dann zuerst ein Zusammenbruch aber nachher... Ist man da eben im Idealfall safe?
00:54:03: Das ist ein Thema und das andere auch in Bezug jetzt auf meine Tochter die mit einer Behinderung lebt ist dieses wo kann sie irgendwann so Zuhause sein dass sie selbstbestimmt leben kann?
00:54:17: eben ich habe erwähnt.
00:54:18: wir haben jetzt Assistenz, hart erkämpfte Assistenztunden was natürlich neue Möglichkeiten eben auch von gemeinschaftlichen Wohnen vom inklusiven wohnen auftut.
00:54:31: aber es ist natürlich nie sicher das kann uns ja jederzeit genommen werden.
00:54:37: und da auch eben so dieses Wo können wir zu Hause sein, wo fühlen wir uns Zuhause?
00:54:46: Und zum Schluss möchte ich noch sagen.
00:54:48: Ich bin eben so dass ich finde Hotels mega erholsam.
00:54:54: Ich liebe es wenn ja vielleicht auch ein Bein Zuhauser sehr lange Zeit vor allem von Kehrarbeit geprägt war.
00:55:03: also ich liebe mein Zuhauses aber Das muss man ja dann immer sagen.
00:55:08: Ich liebe auch meine Kinder, wenn sie so anstrengend sind.
00:55:14: Vielleicht ist es auch genau diese Kerarbeite und ein Hotelzimmer.
00:55:20: Ein Bett für mich!
00:55:21: Diese weißen Wände... ich muss nichts aufrunden.
00:55:24: Ach, ich kann einfach alles liegen lassen.
00:55:26: Das finde ich supererholsam.
00:55:28: Wenn ich aber so viel unterwegs wäre wie du, wäre das wahrscheinlich auch anders?
00:55:33: Und eben über das Thema Beziehungen wollte ich ja noch sprechen und jetzt könnt ihr eure Fragen vielleicht euch schon ausdenken.
00:55:44: Radikale Zärtlichkeit eben, wann kam das?
00:55:47: Das ist ja jetzt auch schon seit Prühe.
00:55:52: Ja
00:55:52: genau.
00:55:53: Eigentlich nicht eine mega lange Zeit aber auch sehr viel passiert dazwischen und da zerpflügst du ja auch diesen Begriff der Liebe.
00:56:04: Was bedeutet, wie romantisiert ist Liebe?
00:56:08: Was für romantisierte Vorstellungen haben wir von zweier Beziehungen.
00:56:13: Eben das Denken in Binaritäten Mann, Frau, Monogame, Kleinfamilie und du nennst dann ja den Begriff Lieber oder ersetzt du doch den Begriff Radikale Zärtlichkeit.
00:56:28: Natürlich, das Buch ist mega spannend im Sinne auch von Nichtmonogamie oder im Sinne von Freundinenschaften.
00:56:35: Was mir aber sehr festgeblieben ist, ist die Beschreibung deiner Eltern also die arbeitenden Hände ein Bild aus seiner Kindheit und dass sie sich aber nicht oft berührten und dass Sie eigentlich einen Team Also vor allem auch ein Team waren, was die Familie ernährt.
00:56:57: Was sehr viel arbeitende Körper eben in diesem kapitalistischen System und dass es auch zu akzeptieren ist, dass das eine Form von radikaler Zärtlichkeit sein kann.
00:57:11: Das ist mir sehr ... wie ich jetzt interpretiere?
00:57:18: Genau!
00:57:18: Und da würde mich jetzt wundern.
00:57:19: nehmen oder in diesen fünf Jahren Hast du dich da oder hat sich was verändert in diesem Blick, in dieser Auseinandersetzung auf den Begriff Liebe?
00:57:30: Oder dann erweitert Beziehungen, Verwandtschaft, Familie.
00:57:35: Oder siehst du das immer noch wie damals in deinem Buch?
00:57:40: Sehr schöne Frage.
00:57:42: Heiz heiz!
00:57:43: Also ich glaube sehr viele es begleitet mich natürlich nur heute also auch sozusagen die Grundidee in dem Buch dass eben wir All diesen, auch der Romantisierung, Mythologisierung von Gewalt in Beziehungen durch die Vorstellung von romantischer Beziehung.
00:58:01: Das müssen wir uns dem Wehrman entgegenstellen müssen aber gleichzeitig
00:58:09: auch
00:58:10: annehmen müssen das lieber Arbeit ist und dass es eine Arbeit ist ja eine Entscheidung bedarf miteinander eben diese schöpferische Arbeit einzugehen.
00:58:24: Ich glaube, aber es sind so Sachen wie... Also ich glaub als ich das Buch geschrieben habe hatte ich zum Beispiel ein tatsächlich, obwohl es eher eine Kritik an romantische oder Konzepten romantischer, bürgerlicher Romantischer Liebe ist schon eine romantischere Vorstellung von so etwas wie Polyamorie.
00:58:44: Habe ich dann in den letzten Jahren festgestellt auf die harte Tour?
00:58:52: Ja
00:58:53: Wahrscheinlich die einen oder anderen Personen in diesem Raum teilen.
00:58:57: Ja, ich glaube,
00:58:57: da wird schon gekichert und gelacht.
00:59:00: Nein einfach weil natürlich also beziehungsweise steckt das ja auch in dem Buch schon drin.
00:59:04: aber ich glaube heute würde ich es mit einer anderen Priorisierung oder einem anderen Fokus erzählen.
00:59:09: Also dieses so okay was bedeutet ist eben in der... In dieser Welt wo
00:59:15: ähm
00:59:16: die argentinische Anthropologin Rita Laura Segato sagt dass auch sozusagen das endet eigentlich mit die größte Gewalt am Menschen auch in dieser Welt eben der Entzug von Lebenszeit ist, worin all das Schöpferische und natürlich auch alles Lebendige dem zugrunde liegt.
00:59:34: Und wie viel Zeit haben wir eigentlich um mehrere Beziehungen zu führen?
00:59:39: Auch mit dem Anspruch... eben sie vielleicht nicht zu hierarchisieren.
00:59:43: So, weil das war ja sozusagen das worum es mir gegangen ist auch als ich das Buch geschrieben habe zu sagen wir müssen unsere Beziehung nicht priorisieren.
00:59:50: dann hab' ich eine Psychotherapie gemacht und mein das erste was meine Psychotherapeutin zu mir gesagt hat wenn Sie nicht mehr depressiv und ausgebrannt sein wollen müssen sie anfangen ihre Beziehungen zu priorisierend.
01:00:01: Ich war so Ja, da heißt Stimmt irgendwie.
01:00:06: Und denn ist ja natürlich die Frage dass das auch so mit geschlechter Dynamiken, geschlechter Verhältnissen in diesen Polikonstellationen macht.
01:00:15: Wenn da zum Beispiel eine weibliche Person ist wo weiblichen Menschen eh so sozialisiert sind irgendwie all diesen Mental-Loud zu machen und Kehrarbeit automatisiert irgendwie aufzunehmen und irgendwie Dinge und Bedürfnisse zu sehen die vielleicht die männlichen Parts nicht unbedingt erziehung oder gesellschaftlicher Arbeitsteilung nicht zu sehen.
01:00:38: Und was es dann zum Beispiel bedeutet, wenn du mit mehreren männlichen Personen in einer Beziehung bist und du eigentlich die ganze Zeit nur mental-loadarbeit machst?
01:00:47: Also dann nehmt man sich für mehrere Leute!
01:00:50: Das ist irgendwie alles so Dinge, die ich noch mal lernen muss.
01:00:56: Aber im Großen und Ganzen würde ich sehr vieles in dem Buch natürlich immer noch unterschreiben.
01:01:01: aber ich glaube das ist auch das Normalste auf der Welt dass Man sich auch weiterentwickelt, aber das ist mit Dingen... Also ich glaube, ich würde heute selbst meinen Roman, wenn ich den jetzt schreiben würde, würde ich wieder einen ganz anderen Roman schreiben.
01:01:14: Dass eben Bücher immer nur eine Momentaufnahme sind.
01:01:17: Aber dass es dann auch nicht bedeutet, dass die Arbeit abgeschlossen ist sondern Ich arbeite sozusagen, ich schreibe ja an radikale Zärtlichkeit bis heute weiter durch die Gespräche, die ich mit Menschen führe.
01:01:28: Durch das was sie mir spiegeln, durch das was ich irgendwie bei mich selbst lerne.
01:01:31: deswegen Ja wird es wahrscheinlich immer so weitergehen.
01:01:38: Ich würde jetzt natürlich noch gerne eine Stunde mit dir über Beziehungsformen diskutieren, das machen wir aber nicht.
01:01:45: Dennoch finde ich, dass auch mega ehrlich von dir ... Das mag ich auch an den Gesprächen mit dir.
01:01:54: Dass es dir scheinbar oder ich lese es als leicht fällt zu sagen, okay damals war was anders, was darin steht, das finde ich.
01:02:05: immer noch sehr aktuell.
01:02:08: Aber du, ich find so eine gewisse Distanz zu deinen eigenen Bücher hast und sagen kannst du okay oder auch diese Eitelkeit die wir ja oft sonst hören und lesen natürlich habe ich recht und das gilt für immer und in den nächsten fünfhundert Jahre müsst ihr das lesen finde ich.
01:02:26: so finde ich auch wirklich mega schön immer wieder so zu merken in diesen Gesprächen und leite ja auch dazu ein dass wäre durch verschiedene Lebensphasen gehen können und sollen.
01:02:38: Und Erfahrungen sammeln, um dann vielleicht eben irgendwann in diesem Zuhause anzukommen und mehr über uns zu wissen, über andere Menschen zu wissen.
01:02:49: Ich weiß noch eben auch im Podcast, da war ja das ... war ich so aufgeregt!
01:02:53: Ich war ja so fängern.
01:02:55: Und jetzt bin ich natürlich nie mehr aufgeregen.
01:03:00: was überhaupt nicht stimmt.
01:03:01: Aber genau und ich meine, mir hat das Buch damals sehr viel gegeben einfach auch in der Auseinandersetzung von Kleinfamilien oder wie ich zum Teil auch überheblich eben auf Konstrukte geblickt habe die eben vielleicht gesagt haben nein wir haben keine Körper, oder nicht so eine nahekörperliche Verbindung.
01:03:26: Aber wir möchten diese Familie zusammenschiffen quasi und ich darf so fand ja also ist jetzt du lügst dich eh selbst an oder irgendwie so?
01:03:37: Und das hat schon finde ich mein Horizont sehr erweitert.
01:03:41: und es ist nicht so dass die Monogamie da jetzt eigentlich abgesprochen wird sondern dies ist einfach eine mögliche Form Vielleicht jetzt so, dass ich sie sehr persönlich habe.
01:03:54: Ich glaube in diesen fünf Jahren für mich kann ich heute sagen das Verbindlichkeit oder Loyalität in Beziehungen das wichtigste Element ist.
01:04:07: Egal ob die Person einmal im Jahr sehe oder ob ich sie täglich sehe, ob das eine Freundin ist und ob es eine romantische Beziehung ist Monogramm oder nicht monogame Phasen, aber diese Verbindlichkeit und diese Loyalität also zu wissen wir sind in Beziehung.
01:04:28: Das finde ich das wichtigste.
01:04:32: Ich stelle mir Jahrhundertprozent zu mal.
01:04:35: Wie geht es euch im Publikum?
01:04:41: Wollt ihr mal erzählen
01:04:43: euren
01:04:43: persönlichen Geschichten?
01:04:46: Nein!
01:04:48: Müsst ihr natürlich nicht, wenn ihr wollt schon.
01:04:50: Aber kurz halten bitte!
01:04:55: Ich scherze ja manchmal dass die ersten Fragen immer dies keine Fragen sind sondern ich wollte noch sagen das und ihr wisst welche Personen diese Fragen stellen oder eben nicht.
01:05:07: fragen soll natürlich nicht sagen dass sie nichts ergänzen
01:05:10: dürft.
01:05:11: gibt es Fragen oder Ergänzungen?
01:05:13: möchtet ihr was mit Schäden um mir teilen?
01:05:20: Ja, mega spannende Frage.
01:05:21: Ich gebe mal dir das Mikroschäde!
01:05:32: Also in radikaler Zeitlichkeit gibt es tatsächlich auch einen Kapitel zur technologischen Zärtlichkeit und da beschäftige ich mich auch glaube ich so mit dieser Vorstellung von was es bedeutet um so liebes Robotern eine Beziehung einzugehen und dass für mich das schon auf einer Art und Weise auch eine völlig legitime Beziehungen sein kann.
01:05:56: So, also da ist ja ein Bedürfnis nach Verbundenheit dahinter das ja real ist und dass offenbar auch auf eine Art und Weise eine reale Erfüllung sucht findet.
01:06:08: in dieser Beziehung aber muss ich trotzdem nochmal vergegenwärtigen, dass KIs... Also auch das emotionale Wissen, das eine KI hat es sehr begrenzt weil es nun mal auf das zurückgreift auf Wissen Patriarchal, das Kolonial, dass kapitalistisch sortiert ist sozusagen eine KI ist ja nicht unschuldig in dem Sinne sondern es ist ein bestimmtes auch emotionales Wissen was da angewendet wird.
01:06:37: Was dementsprechend auch sehr konventionell ist.
01:06:41: und es gibt auch diese ganz viele Studien auch in den letzten Wochen die ich gelesen habe wo's zum Beispiel auch diese Sache von psychotherapeutischer Konsultationen von KI, was sehr vielen Menschen in meinem Umfeld sehr stark geholfen hat und das will ich gar nicht abwimmeln.
01:07:00: Also gerade in einer Zeit wo es sehr schwierig ist Psychotherapeutin überhaupt an die Leitung zu bekommen aber dass es da auch manchmal eben die Dynamik dann irgendwann ist, dass die KI dir eigentlich die ganze Zeit nur sagt du hast recht und alles was du fühlst.
01:07:14: Und alles was so denkst ist absolut richtig und ich würde schon sagen das eine gute Psychotherapie auch ein Raum für eine fürsorgliche Konfrontation zum Beispiel sein muss.
01:07:24: und genau das finde Beziehungen passieren.
01:07:30: Und die Frage ist, ob sowas eine KI leisten kann und das glaube ich halt nicht.
01:07:34: also für mich sind meine Beziehung zu meinen Freundenschaften aber auch romantische Beziehungs- oder was auch immer.
01:07:39: Ich möchte mich auch darauf verlassen dass es eine Art von Korrektiv ist Also dass diese Menschen Auch aus eigenen Überzeugungen mit mir zusammen sind und mir auch zum Beispiel sagen wenn ich komplett Scheiße baue Oder wenn ich einfach moralisch auf einem falschen Weg bin oder so.
01:07:57: Die KI kann am Ende dir eigentlich nur das spiegeln, was da ist und nichts zu sagen über die Beziehung selbst.
01:08:10: Das ist eine sehr reduzierte Form von Austausch.
01:08:19: Am Ende müssen wir auch darüber sprechen warum Menschen meinen, dass eine Beziehungen zu einer KI die einfach so eine beste Möglichkeit ist für sie.
01:08:29: Und ich glaube, das hat auch sehr viel damit zu tun dass Menschen eben Konflikte und auch irgendwie Brüche und all das was unsere menschlichen Beziehungen anstrengend und mühsam macht, aber was eben Teil von Beziehungsarbeit und Liebesarbeit ist in meinen Augen auch das einfach zum Genversuchen.
01:08:51: Und natürlich dass auch ein Symptom für die Einsamkeit und die Isolation ist, die ganz viele Menschen eben in dieser politischen Unwetterlage gerade auch spüren und der sie überlassen sind.
01:09:06: Deswegen ja kein Approval an der Stelle, aber was sagst du ma?
01:09:17: Mehrere Dinge.
01:09:18: Nein ich glaube so.
01:09:19: also ich habe da eine persönliche Erfahrung in einer Beziehung ein Konflikt und wir haben getestet Ich hab den WhatsApp-Verlauf ins Ca... Also in ChatGypti Und die andere Person auch Wir kriegten unterschiedliche Antworten nämlich das was wir hören wollten.
01:09:42: Also das fand ich mega spannend.
01:09:43: Mach das mal, wenn ihr die Möglichkeit habt und ich fand es mega gefährlich.
01:09:51: auf die eine also wirklich.
01:09:52: Natürlich habe ich super gefunden dass sich recht lag.
01:09:56: aber und weil ich hab ja natürlich habe ich immer recht dachte ich mir oder aber Es war dann schon krass zu merken so okay Wenn auch sogenannte vielleicht nazistische Neigungen da sind wenn wir dieses Dinge immer zuspricht.
01:10:14: Und ich muss mich nicht damit auseinandersetzen, welchen Beitrag ich leise und was für Verhaltensweisen ich habe die nicht gut sind für diesen anderen Menschen für mich selbst usw.
01:10:29: Das eine das andere.
01:10:30: die Politwissenschaftlerin Emilo Rack hat einen Essay geschrieben.
01:10:35: Brief an ihren Sohn Und hat sich dort auch mit KI auseinandergesetzt, dann finde ich eine spannende Perspektive.
01:10:42: Könnt ihr ja mal reinlesen?
01:10:44: Sehr versöhnlich!
01:10:46: Sehr im Sinne von positiven Zukunften mit KI und noch so... dass wir neue Wesen sind, die wir irgendwie integrieren müssen im Sinne von Inklusion.
01:11:01: Fand ich spannend?
01:11:02: Ich habe mich nicht so verbunden gefügt mit dieser Vorstellung.
01:11:07: Ich finde es immer noch sehr komisch wenn jetzt diese Essensauslieferungshunde zum Beispiel in Erlikon vor der Schule sind.
01:11:17: meiner Tochter habe ich mich nicht so daran gewöhnt, aber ja vielleicht kommt es noch.
01:11:23: Und was ich und der dritte Gedanke ist können wir vielleicht mehr zäh... also nutzen KI zum Beispiel zum Mails nochmal in einfacher Sprache zugänglicher zu machen und diese Zeit die wir dann gewinnen vielleicht einsetzen für Zeit miteinander oder vielleicht für Kindship im Sinne, wie Donna Haraway das auch sagt – für Gefährten.
01:11:56: Ihre Natur, Zeit im Garten.
01:11:59: Ich meine es jetzt nicht auch so romantisch wie diese zurück in die Vergangenheit und alles ist besser.
01:12:05: aber so vielleicht können wir auch was gewinnen mit KI.
01:12:08: Aber das nicht dass dieses Kapitalistische Und dann setzen wir diese zeit die wieder Gewinn unbedingt ein damit wir noch ein Projekt machen können sondern Vielleicht Können wir auch mal rasten vielleicht können Wir Beziehungen stärken und radikal zärtlich sein.
01:12:26: Gibt es noch eine Frage?
01:12:28: Ah, sorry.
01:12:30: Vielen Dank!
01:12:31: Den letzten Gedanken fand ich super wichtig und aber als ich dir gerade zugehört habe ist mir auch noch etwas eingefallen.
01:12:37: also eine Beziehung zur KI ist ja nie... Also gibst du sozusagen keinen Konsens auch von der anderen Seite ne?
01:12:46: Du hast sozusagen unterreproduzieren sich ja also koloniale patriarchale Vorstellung Zugriffsrechten auf die Person, mit der wir in einer Beziehung sind.
01:12:57: Weil eine KI wird selten sagen, ich hab halt heute keinen Lust mit dir zu sprechen.
01:13:00: Lass mich in Ruhe!
01:13:02: Und das ist ja sozusagen das was da reproduziert wird.
01:13:04: Das eigentlich wird die ganze Zeit Zugriff auf einen virtuellen Körper haben und das ist genau dass diese patriarchalen, kolonialen Denkmuster- und Beziehungsmuster, die wir überwinden und auch angreifen sollen.
01:13:21: Ja, danke vielmals.
01:13:22: Das finde ich mega spannend wie wir uns dann auch daran gewöhnen dass unser Gegenüber immer verfügbar ist.
01:13:29: und ja Danke.
01:13:31: gibt es noch weitere Fragen oder etwas was ihr teilen möchtet?
01:13:41: Ja ohne da jetzt groß psychologisiert zu sein weil ich auch keine Psychologin bin aber Ich glaube das ist auch in den letzten Jahren durch so eine Popularität von psychotherapeutischen Takes auch im Internet irgendwie dieses so Grenzen setzen und sich selbst priorisieren etc.
01:14:02: Ich verstehe, woher das kommt.
01:14:04: wenn du dann Leben lang gelernt hast dass du eben kein Recht darauf hast auf Regeneration immer verfügbar sein musst und immer andere Menschen ein Zugriffrecht auf dich haben Im Patriarchat zum Beispiel für sehr viele weibliche Personen queer Person dann geht es natürlich darum, das zu kultivieren.
01:14:23: Aber bei ganz vielen Menschen sind diese Grenzen zu Mauern geworden.
01:14:28: und die Vorstellung eben dass so ein Safe Space ein Ort ist wo es keinen Konflikt gibt und wo es auch keine Konfrontation mit meiner Trauer oder selbst meinem Trauma gibt, ist total illosorisch.
01:14:40: weil solche Orte... Da müsste ich mich ja komplett aus der ganzen Welt herausziehen.
01:14:47: Und Menschen heilen nicht durch Rückzug.
01:14:52: Menschen heilen, und das ist auch mein psychotherapeutischer Trick, durch korrektive Erfahrungen.
01:14:59: Und diese korreaktiven Erfahrungen mache ich indem ich Erfahrung mit anderen Menschen in Beziehung setze.
01:15:08: also wenn es eine Form von Heilung gibt dann auf dieser Art und Weise weil Ja, mich einfach so zurückziehen und die Mauern irgendwie hoch.
01:15:19: Das hilft vielleicht dazu nicht getriggert zu werden oder in so einer Illusion von Sicherheit zu sein aber am Ende auch diese Wunden verheilen zu lassen und sie zu überschreiben.
01:15:32: dafür brauche ich halt andere Menschen.
01:15:34: und sobald ich mit anderen Menschen bin gibt es immer Potenziale für Konflikte und dann geht das eben darum gemeinsam andere Wege der Konfliktbearbeitung auszuprobieren, die mir dann auch zeigen.
01:15:47: Okay nicht jeder Konflik muss in einer Katastrophe enden oder nicht jeder konflikt muss bedeuten dass ich verlassen werde oder es sich vereinsame und all diese sachen sondern das die Gemeinschaft bestehen bleibt und beständig bleibt.
01:16:02: Ja und ich glaube auch, dass die, ich sage jetzt mal digitale Welt das natürlich verstärkt.
01:16:12: Also im Sinne von, dass dann jeder Konflikt ist pathologisch und jede Verhaltensweise ist narzisstisch oder ist gaslighting.
01:16:23: Und wir müssen über diese Dinge sprechen aber nicht jedes Mal wenn ich sage nein, es ist jetzt nicht so schlimm Schäde, auch Gaslighter ichtig extrem.
01:16:33: Es ist auch diese Erfahrung wieder Ja, nicht alles ist pathologisch.
01:16:40: Und ich finde das mega schön was du gesagt hast und es... Ich dachte jetzt auch ein bisschen kreist zum Anfang mit der Apokalypse in deinem Roman.
01:16:50: also quasi scheitern dürfen auch Trauer zu erleben Trennung zu erlebe Verletzung zu erlebten Natürlich in Klammer, es gibt Verletzungen die so tief sind und so brutal.
01:17:03: Ich möchte das überhaupt nicht irgendwie absprechen aber dass auch dort wieder etwas wachsen kann oder es gibt ja auch die Pflanzen in diesem tiefen Sumpf die dann irgendwas wechseln oder die Pilze unter widrigsten Bedingungen netzespannen unterirdisch.
01:17:26: Weiß nicht, ob das die Frage beantwortet ist.
01:17:28: Das sind so meine Gedanken!
01:17:30: Wir haben noch fünf Minuten.
01:17:31: die letzte Frage.
01:17:34: Danke vielmals.
01:17:35: Magst du noch was dazu sagen,
01:17:37: Schäder?
01:17:38: Also ich teile das total.
01:17:41: gleichzeitig glaube ich... Also meine Vision von Welt ist schon irgendwie Wohlstand für alle.
01:17:49: Statt Bescheidenheit, aber nicht Wohlstand im Sinne wie wir es gerade machen.
01:17:53: Wir beuten die Natur und die Menschen so raus und leben sozusagen auf Kosten von anderen Lebewesen
01:17:59: etc.,
01:18:00: sondern... Ja, wo ist vielleicht trotzdem aber eine gleichzeitig Fülle und vielleicht widerspricht sich das gar nicht mit dem was du gerade gesagt hast.
01:18:08: Aber ich finde es sehr interessant, ich habe in den letzten Jahren auch sehr viel über Demut nachgedacht, was vielleicht dann eine ähnliche Richtung geht.
01:18:13: also diese Geste von Demut die man mittlerweile ja heutzutage eigentlich fast nur noch manchmal an der Kirche sieht.
01:18:22: Also sich sozusagen aus... okay da passiert es manchmal eher aus einem religiösen Gehorsam heraus.
01:18:29: Wie schön ist eigentlich die Vorstellung, sich eben aus eigener Überzeugung und aus moralischem Antrieb manchmal klein zu machen.
01:18:37: Also sozusagen nicht so sagen ich habe die Deutungshochheit über alles sondern es gibt etwas was über mich hinaus weiß was größer ist als ich.
01:18:44: das wird uns ja auch allseits abtrainiert weil das Allwissende und dass immer funktionale ich.
01:18:54: Und darüber habe ich auch sehr viel nachgedacht, und irgendwie darüber wie man diese Form von Demut mehr kultivieren könnte.
01:19:02: Danke!
01:19:03: Dankeschön.
01:19:05: Und auch da für mich wieder der Bogen zum Anfang.
01:19:08: Auch über Gleichzeitigkeiten haben wir gesprochen?
01:19:11: Ich denke gleichzeitig demütig sein und gleichzeitig nach dem Streben, was wir finden steht uns noch zu oder möchten.
01:19:21: Wir noch erreichen.
01:19:22: Wir können innerlich wachsen und gleichzeitig demüdig sein wenn wir die Natur anschauen usw.
01:19:31: Ich denke das kann uns allen vermutlich nicht schaden ab und zu sagen hey die ganze Welt dreht sich nicht um mich alleine Wir sind schon sehr klein in diesem riesen Kosmos.
01:19:48: Danke schön, Shada für dieses mega schöne Gespräch!
01:19:52: Ich finde wir sind in total viele Richtungen
01:19:56: bei der KI.
01:19:58: Genau ja aber auch wichtig und spannend die KI.
01:20:02: Wir können uns vielleicht auch noch draußen austauschen.
01:20:04: Ich weiß nochmals darauf hin, dass deine Bücher am Büchertisch sind der neue Roman leider noch nicht aber dann könnt ihr bei eurer Buchhandlung des Vertrauens vorbestellen.
01:20:14: ich denke Schädler wird ganz sicher auf Lesereise sein und es gibt den Kinmerge T-Shirts Caps brauchen wir noch das Geld und ihr dürft auch diese Stickers mitnehmen.
01:20:33: Das ist nämlich das, was ich heute mitgebracht habe.
01:20:37: in dieser Reihe zum Abschluss gibt es immer, was wir mitgebracht haben.
01:20:41: Ich hab euch Sticker mitgebraucht von Kinn Festival Und das ist auch etwas, was mich so ein bisschen doch auch in Demut versetzt.
01:20:49: Das haben wir so klein angedacht.
01:20:56: Wir möchten eine Kunstausstellung machen, für mehr Flinterpersonen Räume geben.
01:21:03: Themen wie Care, Flinterkörper ja mehr besprechen weil das in der Kunst einfach immer noch abgewertet wird.
01:21:12: und jetzt sind Über hundert Menschen und Räume dabei.
01:21:15: Wir haben ein Riesennetz über Zürich gespannt, von linksautonomen Räumen hin bis zur Kirche sind alle feministischen Räime ja die mit uns solidarisch sind dabei.
01:21:30: das macht mich demütig Es
01:21:32: ist wundervoll.
01:21:32: Kommt auf jeden
01:21:34: Fall zum Kindfest.
01:21:35: Ich möchte euch da alles sehen
01:21:38: und trink doch nachher auch an der Bar noch was, weil das Comedyhaus muss auch Miete bezahlen.
01:21:46: bei Fabienne bedanken, die mir hier immer diesen Raum zur Verfügung stellt.
01:21:50: Ich möchte mich nämlich bei Shannin der Technikperson bedanken.
01:21:53: Bei Noa, die uns unterstützt hat mit allem Drum und Dran bei Andrea, die den Einlass gemacht hat und jetzt am Büchertisch steht.
01:22:01: kommt miteinander ins Gespräch verbindet euch werdet Kins Tschüss zusammen kümmer gut heim und kümmern das Kinship Festival!
01:22:08: Tschüss.
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