KINship Festival- LIVE: Kim de l’Horizon, Elisabeth Joris, Mandy Abou Shoak, Hannan Salamate Episode
Shownotes
Das KINship- Festival zum Nachhören: Die Eröffnung vom 11. Juni 2026, mit bewegenden Reden zu Kunst, Aktivismus und Gesellschaft. Zu hören: die Historikerin Elisabeth Joris, die Religions- und Kulturwissenschaftlerin Hannan Salamat sowie die Sozialarbeiterin und Aktivistin Mandy Abou Shoak. Abgerundet mit einer musikalischen Intervention des Schriftsteller-Pseudonyms Kim de l’Horizon.
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00:00:01: Kinradio
00:00:02: mit Audiobeiträgen rund
00:00:04: um Kinship.
00:00:05: Hier geht's um Verbindungen.
00:00:08: Kinradiu
00:00:09: mit Podcastserien,
00:00:10: Ausschnitten aus Live-Events und
00:00:13: Deepen Talks.
00:00:14: KinRadio verbindet dich!
00:00:17: Hallo
00:00:18: zusammen!
00:00:20: Guten Abend!
00:00:25: Wir
00:00:25: starten mit der Wehrnissage in Festus.
00:00:36: Mein Name ist Mara Rikli.
00:00:39: Ich mache die Festivalleitung des
00:00:41: Kin-Festivals
00:00:43: und neben mir steht Kira, die sich doch lieber selbst
00:00:47: vorstellen.
00:00:48: Also ich bin Kira von Eisten.
00:00:50: Schön seid ihr alle da!
00:00:51: Herzlich willkommen.
00:00:52: wir freuen uns sehr dass so viele Leute hier sind.
00:00:55: Wunderschön.
00:00:56: Herzlichen
00:00:56: Dank!
00:01:02: Ja, Kira ist die Kuratorin
00:01:04: der Kunstausstellung.
00:01:07: Es ist ein bisschen komisch, wenn ich mich als erstes bedanke.
00:01:09: Ich mache es jetzt trotzdem.
00:01:10: danke viel Maschira für diese wunderbare Ausstellung die ihr dann ab der Pause auch anschauen könnt und ich möchte mich also erstes auch bedanken bei allen Helferinnen.
00:01:22: ohne sie hätten
00:01:23: wir
00:01:24: gar nichts geschafft!
00:01:25: Ich möchte mich auch bei der Kokoration Niki Böhler bedanken und beim ganzen OKA und erweiterten Team.
00:01:33: bitte mal einen Riesen Applaus für alle diese Helferinnen.
00:01:43: Und ich möchte mich ganz herzlich bei den Gebärdensprachdolmetschenden bedanken und auch bei den vielen Kanälen, die geteilt haben dass dieser Veranstaltung bis und mit dem Konzert von Big Cis und DJ Scarlett verdolmetzt
00:01:58: wird.
00:01:59: Herzlichen Dank!
00:02:06: Wenn ich nervös bin habe ich die Tendenz total viel zu sprechen.
00:02:11: deshalb gebe jetzt lieber das Wort Kira.
00:02:13: Gut, weil ich werde immer ruhig wenn ich nervös bin.
00:02:17: Super Kombi
00:02:18: eigentlich!
00:02:21: Also aber ich erzähle sehr gerne kurz was zur Kunstausstellung die da in den Räumen hinter
00:02:27: uns ist
00:02:28: für die Mara mich eingeladen hat das zu kuratieren zusammen mit Nikki.
00:02:33: danke noch mal es war sehr schön mit euch zusammenzuarbeiten.
00:02:37: Vielen herzlichen Dank auch erstmal allen wunderbaren Künstlerinnen, die uns ihre
00:02:43: schönen
00:02:44: berührenden tollen lauten leisen poetischen Werke hier mitgebracht haben und alle einladen nachher
00:02:53: sie
00:02:53: zu erkunden.
00:02:55: Es gibt Werke in allen möglichen Medien.
00:02:59: Sie können angeschaut, gehört, angefasst, erlebt werden.
00:03:04: Es ist wirklich eine Riesenfreude, so eine große Bandbreite an Talent dazu haben.
00:03:13: Das ist sehr schön!
00:03:14: Ich freue mich so sehr seit ihr alle da und seid ihr unseren Einladungen gefolgt.
00:03:20: Und es war auch eine sehr schöne Streng-, aber sehr schöne Aufbauzeit die letzten drei Tage.
00:03:28: Es war intensiv und trotzdem war die Stimmung immer gut, es war so schön.
00:03:33: Und das ist auch nicht selbstverständlich
00:03:37: oder?
00:03:38: Ja, ich möchte das auch wirklich gerade mal so in diesen Raum geben.
00:03:42: Wir haben
00:03:43: einen Aufbau
00:03:44: und eine Vorbereitung schon von... Der Aufbau ging nicht über ein Jahr aber die Vorbereitungen für dieses Festival und der Aufbau dieser drei Tage.
00:03:53: Ich weiß nicht vielleicht sind hier kunstschaffende
00:03:55: Menschen,
00:03:56: die oft im Museum sind, den Galerien einfach in Kunst
00:04:00: räumen?
00:04:00: Ich habe es noch nie
00:04:02: so
00:04:03: erlebt,
00:04:03: so wertschätzend, so bestärkend schöne Atmosphäre, die hier einkehren durfte.
00:04:10: Und das möchte ich euch auch gleich so mitgeben.
00:04:13: Kin ist
00:04:14: ein feministisches Kunstfestival für mehr Verbindung und dieses Wort
00:04:19: Verbindung
00:04:20: nützt sich ja dann irgendwie auch mal ein bisschen
00:04:23: ab.
00:04:24: Trotzdem finde ich es so wichtig immer wieder in Erinnerung zu rufen weil wir in einer Zeit leben einfach sagt, wir haben keine Verbindung.
00:04:36: Wir sind alle gespalten und auch in feministischen Räumen.
00:04:40: Wir finden nirgends eine Einigkeit – wir sind immer nur im Kampf!
00:04:45: Und ich möchte dazu einladen dass wir miteinander debattieren und das wir unsere Differenzen
00:04:51: benennen
00:04:52: und anerkennen aber dass wir immer auch wieder das Verbindende zumindest versuchen zu finden oder miteinander zu
00:05:00: suchen.
00:05:10: Also nach den Reden und der Performance wird es eine kleine Pause hier auf der Bühne geben.
00:05:16: Dann geht die Ausstellung auf, dann seid ihr herzlich eingeladen
00:05:20: euch
00:05:20: umzusehen,
00:05:21: um zu schauen.
00:05:22: Es wird heute wahrscheinlich am vollsten.
00:05:26: Das heißt, auch da seid nicht miteinander.
00:05:30: Schubst
00:05:31: euch nicht!
00:05:32: Es hat genug Kunst für alle da.
00:05:35: Es
00:05:35: gibt
00:05:36: einen Saalplan mit Werkangaben
00:05:40: mit Namen
00:05:41: der Künstlerinnen und Werken – auch ein kleiner Text dazu.
00:05:46: Ihr seid aber auch eingeladen, einfach euch mal umzuschauen, einen Eindruck
00:05:49: zu bekommen.
00:05:50: Es ist auch ein ganz tollen Kunstshop, einem kleinen Merch-Kiosk.
00:05:55: Dieses Tuch
00:05:57: ist vom Kunstkirsk.
00:05:59: Ja, genau!
00:06:00: Ihr könnt euch da also einbecken das heißt Getränke draußen lassen, Portemonnaie mitnehmen zum Beispiel.
00:06:07: Genau wir freuen uns sehr.
00:06:09: ich bin sehr sehr aufgeregt und danke wirklich noch mal allen Künstlerinnen für eure wunderbare Arbeit.
00:06:14: Ich bin vorher nochmal durchgegangen so in meiner nervösen Aufregung.
00:06:21: Es ist
00:06:22: so schön,
00:06:22: einfach!
00:06:24: Ich habe so Freude, eure Werke zu sehen.
00:06:26: Und ich habe mich auch so gefreut, so viele von euch schon zu entdecken und ich freue mich, euch nachher noch
00:06:32: zu umarmen
00:06:33: und mit euch zu feiern.
00:06:35: Ja, wir werden feiern.
00:06:37: Bevor wir feiern, bevor wir den Reden zu hören zuschauen und auch Kims Performance genießen danach das Big Cis-Konzert zusammen tanzen werden und zum Schluss mit DJ Sabaka noch mehr tanzen werde möchte ich noch was zur Zugänglichkeit sagen.
00:06:56: es hat einen Lift und zwar ist der Direkt links
00:07:02: vor
00:07:02: den Ausstellungsräumen und das Barrierearme, WC befindet sich auch im Ege ist mit dem Lift zugänglich.
00:07:14: Auf der von mir aus gesehen linken Seite hat es zwei Toiletten.
00:07:19: die nutzen wir heute genderneutral und das sind Toilette für die Fußgängerinnen.
00:07:27: Genau, ich hoffe, ich habe nichts vergessen.
00:07:29: Doch!
00:07:30: Wir brauchen noch ein bisschen Geld.
00:07:32: du hast es schon angetönt Ich werde's immer mal wieder sagen ihr findet an den Wänden und überall QR-Cords für Twint.
00:07:40: wir sind total dankbar wenn ihr uns noch spendet damit wie unsere Helferinnen wirklich auch feministisch bezahlen können.
00:07:50: Dann möchte ich
00:07:51: oder
00:07:52: Ja, ich muss jetzt zu meinen Notizen.
00:07:54: Ich habe mir alle Geldgeber ihnen
00:07:56: aufgeschrieben.
00:07:59: Genau!
00:08:00: Wenn ich sie dann
00:08:01: finde...
00:08:01: Ah hier also.
00:08:02: als
00:08:03: erstes
00:08:03: möchte ich ganz herzlich dem Finanzdepartement Zürich danken für die großzügige Unterstützung und der Kulturförderung Swisslos Kanton Zürig.
00:08:14: ohne dieser finanziellen Mittel hätten wir dieses Festival nicht machen können.
00:08:19: Ich danke sehr herzlich, dass Stiftung Denkan mich und Pro Infirmis für die Finanzierung der Gebärdensprachdoll-Matchenden.
00:08:27: uns der inklusiven Format Decheckt unsere Events auf der Webseite.
00:08:32: Ihr findet dort Informationen zu inklusiven Events und ich möchte ganz herzlich der Fotobasteil danken für diese Möglichkeit, dass wir hier sein dürfen.
00:08:42: Dass wir so unterstützt werden, das wir diesen Raum einfach übernehmen dürfen.
00:08:46: Herzlichen Dank!
00:08:48: Und herzlichen Dank Ronald für die Medienpartner-Innenschaft.
00:08:52: und jetzt
00:08:52: verlassen
00:08:53: wir die Bühne und ich begrüße nacheinander Oh
00:09:26: Gott, oh Gott!
00:09:29: Einen wunderschönen guten Abend von mir.
00:09:32: Mein Name ist Hanan Salamat.
00:09:34: ich
00:09:34: arbeite am Zürcher Institut für interreligiösen Dialog bin Kuratorin lebe seit neun Jahren in Zürich und bin total nervös, war so richtiges Herz-Rasengleich.
00:09:46: Und mein Handwerk wird wahrscheinlich zittern
00:09:48: wenn ich
00:09:48: um Blättere.
00:09:50: Wenn ich in die Gesichter gucke sehe ich so viele Menschen die vielleicht eher
00:09:54: hier
00:09:54: vorne sein sollten.
00:09:57: Das ist auch eine dieser Momente wo ich mich frage, wie der Endet Up hier.
00:10:02: Aber ich erinnere mich auf jeden Fall als Mara mir gesagt hat Ja!
00:10:08: Ich plane ein Festival würde es so ein Großwort
00:10:11: machen.
00:10:12: und ich sage
00:10:12: ja klar, mache ich öfter.
00:10:15: Und viele sagen ja das ist Begeisterungsfähigkeit.
00:10:18: inzwischen weiß ich dass es adhs ist aber
00:10:23: spielt in
00:10:23: diesem Fall überhaupt keine Rolle.
00:10:25: und es war auch völlig egal weil es nicht irgendjemand zu mir gekommen hat gefragt ob ich heute Abend hier stehen
00:10:32: will.
00:10:33: Es war
00:10:33: Mara
00:10:34: und
00:10:35: es
00:10:35: gibt diese Freundschaften und Verbindungen
00:10:38: Die sind
00:10:39: sehr, sehr lang und sehr tief.
00:10:41: Und es gibt diese Verbindungen, die sind gar nicht so lange.
00:10:44: Ich habe gerade Mandy, die uns damals im Raum bei die verbunden hat gefragt, hey war das eigentlich vor drei Jahren?
00:10:51: Vier Jahre?
00:10:51: Zwei Jahre?
00:10:53: Wir wissen es nicht mehr ich glaube eher vor zwei
00:10:55: Jahren.
00:10:57: Das hat schon gereicht und dieses Zusammenarbeit hat schon erreicht dass sich sage wenn Mara sagt ich mache etwas sage ich ja ich habe dieses Vertrauen.
00:11:08: Ich stehe hier, denn ich denke das kennen wir auch alle dass Verbundenheit nicht unbedingt da beginnt wo Menschen Projekte machen oder Konzepte oder Institutionen oder Budgetpläne die vorliegen.
00:11:24: Es sind am Ende
00:11:25: Menschen
00:11:27: und ich glaube da beginn gerade Verbundenkeit.
00:11:30: Beziehung
00:11:31: entsteht nämlich
00:11:32: zwischen Menschen Nicht zwischen Organisation Position sondern Zwischen Menschen, Menschen die einander vertrauen.
00:11:40: Menschen, die füreinander da sind.
00:11:43: Menschen die für einander Verantwortung übernehmen.
00:11:46: Menschen ,die Räume schaffen wunderschöne Räime wie diese heute Abend.
00:11:52: Seit über zehn Jahren arbeite ich selbst als Kuratorin und habe sehr viele Projekte gemacht, sehr viel Netzwerke aufgebaut, sehr sehr viele Veranstaltungen organisieren.
00:12:04: Wenn ich zurückblicke, weiß ich eigentlich nicht mal mehr wie die Veranstaltung hießen oder was da genau ein Projekt im Vordergrund war.
00:12:12: Sondern Ich erinnere mich sehr stark an Begegnungen und an Freundinenschaften, die auch über diesen Veranstaltungen getragen
00:12:21: haben.
00:12:22: Ich erinner mich an Kolleginnen, die eingestanden sind wenn es mal schwierig wurde.
00:12:28: Ich Erinner mich Anleitungen,
00:12:30: die einmal
00:12:30: eine Tür aufgehalten haben und gesagt
00:12:32: haben kommt
00:12:34: eure Perspektiven fehlen hier drin.
00:12:37: Und
00:12:38: es waren immer Allianzen, die einander getragen haben wenn es schwierig wurde.
00:12:43: Es waren die Alliancen, die nicht gegangen sind, wenn es eben schwierig wurde.
00:12:49: Vielleicht spreche ich so gerne über politische Freundschaften genau deswegen Viele von uns kennen
00:12:55: das oft
00:12:58: sind's nicht unbedingt die Familien in denen wir hineingeboren werden, die Menschen mit denen wir wirklich in Beziehung stehen.
00:13:06: Sondern es sind die Menschen auf unserem Weg in die Gesellschaft im Erwachsenenwerden, die uns dann am Ende begleiten herausfordern unterstützen und das sind die menschen, die auch daran erinnern, wem wir eigentlich sein möchten in dieser Gesellschaft.
00:13:24: Wir lernen voneinander für einander Verantwortung zu übernehmen und wir lernen unsere eigene Familie zu werden.
00:13:34: Heute beim Kin-Festival darf ich mein Vokabular um ein Wort noch mal erweitern, was sich ab jetzt auch öfter benutzen werde – das ist nämlich Wahlverwandtschaft!
00:13:45: Und ich mag das Wort jetzt schon weil es beschreibt etwas dass wir gerade in einer pluralen Demokratie dringend brauchen nicht die Vorstellung sondern die Entscheidung miteinander in Verbundenheit zu treten.
00:14:04: Gerade in den letzten Jahren habe ich in meiner Arbeit sehr viele jüdisch-muslimische Dialogarbeit gemacht, ich glaube ich muss nicht ausführen dass gerade die letzten Jahre sehr schwierig waren.
00:14:16: Viele fragten mich in den vergangenen Jahren hey wie schaffst du denn eigentlich so Menschen zusammenbringen?
00:14:22: Und für mich ist ehrlich gesagt das Spannendere nicht
00:14:25: wie
00:14:26: zusammenbringen, sondern was lässt Menschen denn zusammen bleiben?
00:14:32: Denn die schwierigsten Gespräche in
00:14:33: meinem Leben
00:14:34: waren nicht Übermeinungsverschiedenheiten.
00:14:38: Die schwierigsten Gespräche waren die, in denen Menschen einander nur noch als eine Position gesehen haben.
00:14:45: Das waren die Gespräche wo man plötzlich nur noch die Muslima war der Jude war die Institution oder die Politikerinnen.
00:14:54: Also wirklich Labels, Positionen und nicht wer ist das eigentlich vor mir?
00:15:00: In solchen Momenten wird es schwierig denn der Mensch verschwindet hinter einer Zuschreibung Und genau dann wird eben beziehungsschwierig.
00:15:10: Was mich aber immer wieder beeindruckt hat war die Fähigkeit einander jenseits dieser Zuschreibungen zu begegnen Wenn ich auf gesellschaftliche Veränderungen zurückblicke, an denen auch in den letzten Jahrzehnten teilhaben durfte.
00:15:24: Dann sind diese Veränderung selten isoliert entstanden.
00:15:28: Kämpfe werden selten gewonnen wenn sie isoliert bleiben.
00:15:32: Viele Allianzen die geblieben sind um gesellschaftlich etwas bewegt haben entstanden nicht trotz Differenzen sondern durch die Arbeit an ihnen Durcheinander zu hören einander sehen aufeinander Bezug nehmen und Übersetzungsarbeit leisten, durch solidarische Verbindungen über unterschiedliche Erfahrungen um Position hinweg hinaus.
00:15:57: Vielleicht ist das auch, was mich an der Idee des Kindships so berührt.
00:16:02: Das Verbundenheit nicht bedeutet dass wir alle dasselbe sind sondern dass wir uns füreinander verantwortlich fühlen obwohl wir verschieden sind.
00:16:11: Dass wir einander nicht loslassen sobald es kompliziert wird, dass wir bereit sind für einander einzustehen.
00:16:20: Für mich ist es keine romantische Idee.
00:16:22: Es ist eine demokratische Praxis Denn Demokratie beginnt nicht erst bei Wahlen oder Abstimmungen.
00:16:30: Sie beginnt dort, wo Menschen den Willen haben miteinander zu leben.
00:16:35: Wo sie Verantwortung für einander übernehmen, wo sie füreinander sorgen, wo sich fragen wer fehlt am Tisch?
00:16:42: Wem höre ich zu?
00:16:44: Wenn wen öffne ich denn eine Tür?
00:16:47: Verbundenheit zeigt sich deshalb nicht zuerst in großen Worten sondern in kleinen Handlungen in einer Einladung, in einem offenen Ohr.
00:16:59: In einem gemeinsames Essen, in eine Freundschaft, in einen Nachbarinnenschaften, in der Entscheidung zu bleiben auch dann wenn es schwierig wird.
00:17:08: Mare hat's am Anfang gesagt
00:17:11: Es ist
00:17:11: Beziehungsarbeit und wir müssen immer wieder dranbleiben.
00:17:15: Deshalb freue ich mich ganz besonders auf heute Abend dieses Festival weil uns eben genau daran erinnern das Gemeinschaft nicht einfach da ist.
00:17:26: Es ist etwas, woran wir arbeiten gemeinsam und das passiert über Beziehungen, es passiert über Fürsorge.
00:17:34: Das passiert durch Kunst, worauf wir uns nachher freuen und durch die Entscheidung sich immer wieder aufeinander einzulassen.
00:17:43: Ich wünsche uns heute Abend sehr spannende und inspirierende Gespräche.
00:17:50: Die Verbindungen, die heute Abend entstehen auch über diesen Abend hinausgehen.
00:17:54: Danke dass ihr da seid!
00:18:14: Ja vielen Dank für diese tolle Rede.
00:18:16: ich war wirklich versucht rauszulaufen weil eigentlich hat Hannan alles schon gesagt.
00:18:23: Liebe Mara liebe Kira vielen dank für diese Einladung.
00:18:29: Bevor Gesetze verändert werden verändern sich Vorstellungen.
00:18:36: bevor sich Institutionen verändern Verändern sich Beziehungen und bevor Zukunft entsteht, entsteht Vorstellungskraft.
00:18:49: Liebe Freundinnen, liebe KünstlerInnen, liebe Menschen die heute hier sind weil sie neugierig sind, weil sie hoffen oder weil sie selbst Teil von einer Veränderung sein möchten.
00:18:58: Liebe Mara, liebe Chira!
00:19:02: Willkommen zum Kin-Festival, im Jahr ist es für uns zu einem Festival für Kunst, für Imagination und für Nähe.
00:19:12: Ich glaube, wir sprechen zu selten darüber wie eng Vorstellungskraft und gesellschaftliche Veränderungen miteinander verbunden sind.
00:19:23: Jede Gesellschaft beginnt mit einer Vorstellung davon, wie Menschen zusammenleben können Und jede Demokratie lebt von einer stillen Annahme Nämlich derjenigen
00:19:34: das
00:19:35: Zukunft gestaltbar ist Dass Menschen etwas verändern können Ihre, dass unsere Stimme zählt.
00:19:45: Wo dieses Vertrauen verloren geht, wächst nicht zuerst der Konflikt sondern die Gleichgültigkeit.
00:19:53: Es wächst die Überzeugung das Mitgestaltung nichts verändert Das Engagement vor allem zusätzliche Arbeit bedeutet und dass die wichtigen Entscheidungen ohnehin anderswo entschieden werden.
00:20:09: Vielleicht Unterschätzen wir deshalb, wie wichtig Orte sind an denen wir unsere Zukunft überhaupt vorstellen können.
00:20:16: Orte, an denen neue Gedanken entstehen können Neue Begegnungen, neue Möglichkeiten.
00:20:23: Und genau so ein Ort habt ihr heute erschaffen und in den nächsten zwei Wochen.
00:20:27: Vielen Dank.
00:20:29: Deshalb gibt es Kin.
00:20:32: Gerade in Zeiten von Polarisierung und Vereinzelung.
00:20:35: Mara, du hast gesagt gerade in Zeiten von Polarisierung und Vereinzelung ist es dränglich Orte zu schaffen an denen Verbindung möglich wird.
00:20:45: Kin versteht Feminismus als Kinship, als Gewälte, Nähe, als Verantwortung für einander also die Erkenntnis dass unsere Leben miteinander verbunden sind unweigerlich Und vielleicht liegt genau darin die Kraft Die Kraft von feministischer Bewegung.
00:21:05: Denn Feminismus war nie nur ein Kampf gegen etwas, es war immer auch eine Vorstellung davon wie wir zusammenleben können.
00:21:16: Wenn wir heute wenige Tage vor dem feministischen Streik zusammenkommen dann stehen wir auch in einer langen Geschichte In der Geschichte von Menschen die Räume betreten haben
00:21:26: die nicht
00:21:27: für sie gebaut worden sind.
00:21:30: Von Menschen Die Forderungen stellten, obwohl man ihnen sagte ihr seid zu laut.
00:21:38: Von Menschen die sich eine andere Zukunft vorstellen konnten.
00:21:43: ja viele Freiheiten die wir heute als selbstverständlich betrachten galten einst aus unmöglich das Frauenstimmrecht der Zugang zur Bildung der Schutz vor Gewalt die Möglichkeit das eigene Leben selbst zu gestalten.
00:22:01: Nichts davon wurde uns geschenkt.
00:22:06: Bevor Gesetze verändert werden, verändern sich Vorstellungen.
00:22:12: Die Welt muss nicht so bleiben wie sie ist.
00:22:14: Wir dürfen wir müssen die Verhältnisse herausfordern und dabei bedeutet Demokratie nicht Unterschiede aufzulösen.
00:22:24: Demokratie bedeutet, Unterschiede auszuhalten.
00:22:27: Du, Hannan hast es gesagt!
00:22:29: Es bedeutet Verantwortung für uns gegenseitig zu übernehmen.
00:22:34: Das bedeutet manchmal die eigenen Interessen nicht zum Maßstab für alle anderen zu machen.
00:22:44: Die Folge politischer Entscheidungen für andere mitzudenken und auch dann im Gespräch zu bleiben, wenn wir keine einfache Lösung finden.
00:22:56: Deshalb sind so Orte wie diese so wichtig.
00:22:58: nicht weil ihre Einigkeit, nicht weil hier Einigkeit entsteht sondern weil wir hier lernen Unterschiede auszuhalten.
00:23:06: anzuerkennen dass die Perspektive eines anderen Die eigenen nicht bedrohen muss Sondern weiterentwickeln kann.
00:23:15: Zu verstehen das eine Lösung die für mich gut ist Für jemand Anderen Nachteile mit sich bringen kann und zu akzeptieren, dass es selten die eine perfekte Lösung für uns alle gibt.
00:23:30: Und ja?
00:23:31: Ja manchmal ist genau das sehr herausfordernd in Verbindung zu bleiben auch dann wenn wir keine einfache Lösung finden.
00:23:39: Auch dann wenn Unterschiedlichkeiten unbequem werden aber Räume wie diese helfen uns unsere eigenen Bedürfnisse zu formulieren sie überhaupt zu erkennen für uns einzustehen und gleichzeitig zu verstehen, welche Folgen diese Entscheidung für andere haben kann.
00:23:58: Demokratie bedeutet nicht Unterschiede aufzulösen sondern Verantwortung von uns selbst zu überleben.
00:24:03: Genau deshalb ist Kunst so wichtig!
00:24:06: Nicht weil sie Antworten auf schwierige Fragen gibt, sondern weil sie neue Fragen überhaupt ermöglicht.
00:24:14: Weil sie sichtbar macht was bisher unsichtbar war.
00:24:17: Wie Kira das gesagt hat, Kin sieht Kunst als ein Mittel um Gesellschaft zu verändern.
00:24:26: Denn Zukunft entsteht immer zweimal.
00:24:30: Einmal entsteht Zukunft in unserer Vorstellung und einmal in der Wirklichkeit.
00:24:37: In den kommenden Wochen begegnen wir Geschichten, wir begegnern Bilder Körper Erinnerungen Fragen und Zukunftsentwürfe.
00:24:46: Rund zwanzig Flinter-Künstlerinnen machen Erfahrungen sichtbar.
00:24:51: Erfahrungen, die oft übersehen werden.
00:24:57: Kin schafft Räume!
00:24:59: Räime für Gespräche, für Lesungen, für Konzerte, für Performances, für Freude, für Widerspruch und für Begegnung.
00:25:06: Und Kin spannt ein solidarisches Netz durch die ganze Stadt Von der Fotobastei über die Gäste Allee und das Tanzhaus bis zur Roten Fabrik.
00:25:18: Vom Streikhaus über das Regenbogenhaus, bis hin zum Literaturhaus vom Departierhaus Kala die Große über die autonome Schule bis zum Helsinki durch Quartiere, durch Generationen, durch Erfahrungen durch die ganze Stadt.
00:25:32: vielleicht gibt es noch etwas, dass uns dieses Festival lehrt unsere Handlungsspielräume sind nicht überall gleich groß.
00:25:43: Es macht einen Unterschied in welchem Raum wir ums bewegen ob wir dort selbstverständlich dazugehören oder uns zuerst erklären müssen, ob unsere Erfahrungen als relevant gelten oder als Ausnahme behandelt werden.
00:25:58: Ob Menschen und Trauen mitzugestalten oder nur dabei zu sein um zuzuschauen.
00:26:05: Fast alle Menschen kennen solche Situationen.
00:26:08: Räume, in denen wir uns selbstverständlich begegnen und uns selbst verständlich dazugehörig fühlen aber auch andere Räime, indem wir uns fremdfühlen.
00:26:18: Gerade deshalb brauchen wir diese Orte.
00:26:22: Orte die uns daran erinnern dass Menschen mehr sind als die Kategorien die wir uns oder uns andere zuweisen und dass Solidarität dort beginnt, wo wir die Komplexität menschlicher Lieben ernst nehmen.
00:26:36: Vielleicht ist das die eigentliche Einladung dieses Festivals nicht nur über Zukunft- und Vorstellungskraft und Veränderungen zu sprechen sondern über Handlungsspielräume – und nicht nur nachzudenken, sondern auszuprobieren!
00:26:51: Sie zu erweitern, sie neu zu erfinden.
00:26:54: Handlungsspielräume entstehen selten dort wo bereits alles geklärt und vorgesehen ist.
00:26:59: Handlungsspielräume entstehen dort wo Menschen den Mut haben.
00:27:04: Den muthaben Möglichkeiten zu erkennen bevor andere sie erkennen.
00:27:09: Dort wo wir beginnen Grenzen zu verschieben.
00:27:13: wenn wie einen Raum betreten der nicht für uns gedacht war Wenn wir Verantwortung übernehmen darum gebeten wurde, wenn wir Bündnisse schmieden die vorher niemand für möglich gehalten hätte.
00:27:28: Wenn wir unsere Stimme einsetzen oder wenn wir anderen helfen ihre Stimme zu finden und wer wir uns weigern zu akzeptieren dass die Welt so bleiben muss
00:27:39: wie sie ist.
00:27:41: ja vielleicht liegt genau darin die entscheidende Frage nicht was andere tun werden, nicht was Institutionen verändern sollen.
00:27:51: Nicht wer irgendwann Verantwortung übernimmt sondern was wir tun.
00:27:57: Was wir alle gemeinsam tun!
00:28:02: Was wir tun mit den Möglichkeiten die wir heute haben?
00:28:05: Mit dem Beziehungen die wir eingehen?
00:28:07: Mit den Räumen die wir öffnen?
00:28:08: Mit Entscheidungen die Wir treffen?
00:28:11: Was wäre möglich wenn wir mutiger wären.
00:28:17: Was wäre möglich, wenn wir unsere Vorstellungskraft mehr zutrauen würden?
00:28:23: Eine Freundin stellt die mir einmal eine einfache Frage Wenn du glaubst Du träumst bereits groß was wäre noch größer?
00:28:40: Diese Frage begleitet mich bis heute.
00:28:42: Den Vorstellungskraft bedeutet nicht nur Alternativen zu erkennen, sie bedeutet auch den Mut zu haben über das Hinauszudenken was uns vertraut erscheint.
00:28:52: Über das hinaus was realistisch wirkt und manchmal sogar über das hinaus etwas andere für möglich halten weiterzugehen.
00:29:03: Nicht trotz sondern aus Gestaltungswillen!
00:29:07: Nicht gegen etwas, sondern für eine größere offenere und freie Gesellschaft.
00:29:15: Deshalb möchte ich uns heute nicht nur dazu einladen zuzuschauen Ich möchte uns alle dazu einladen Anteil zu nehmen neue Menschen kennenzulernen uns berühren zu lassen und andere Berühren zu dürfen vielleicht wenn sie es möchten und damit unsere eigene Vorstellung darüber zu erweitern, wer wir füreinander sein können.
00:29:39: Denn bevor Zukunft entsteht, entsteht Vorstellungskraft.
00:29:44: Ken bedeutet Verwandtschaft.
00:29:46: Verwandthaft entsteht nicht durch Herkunft sondern durch die Zeit und durch die Aufmerksamkeit, die wir einander schenken.
00:29:53: Und Zukunft entsteh dort wo Menschen beginnen sich miteinander verbinden und sich wohlzufühlen.
00:30:00: Herzlich willkommen zum Chemfestival.
00:30:20: Ich begrüße ganz herzlich Elisabeth Chorys.
00:30:35: Guten Abend!
00:30:37: Ich freue mich so viele hier zu sehen und ich freue mich direkt anzuknüpfen, an was gesagt worden ist.
00:30:49: geradezu froh.
00:30:51: In die Geschichte als Historikerin seit fünfzig Jahren beschäftige ich mich mit der feministischen Bewegung um, bin zugleich seit mehr als fünfzig Jahre Teil davon.
00:31:15: Vor rund
00:31:16: zwanzig Jahren veröffentlichte ich unter dem Titel Kinship Agenda einen Beitrag zu einem in New York veröffentlichen historischen Rieder zum Thema Verwandtschaft.
00:31:31: oder eben kurz KIN, ist seitdem ein fester Bestandteil meiner Auseinandersetzung mit Gesellschaft.
00:31:39: Umso mehr freut mich das KIN neu definiert als kollektive Imaginationen von Nähe dank Mararikli eine besondere Sicht auf Engagement und soziale Verantwortung prägt und eben hier in der Fotobastei auch den richtigen Ort für die Auseinandersetzung mit diesem facettenreichend Thema gefunden hat.
00:32:10: Auch, für mich als Historikerin ist dieser
00:32:13: Anlass
00:32:14: Anregung kin!
00:32:16: weit breiter zu fassen als Verwandtschaft im Sinn von Verbindungen, die über Heiratsallianzen zwischen Familien über Jahrhunderte
00:32:27: ein
00:32:27: Mittel
00:32:28: klassenspezifischer
00:32:30: und
00:32:30: patriarchaler.
00:32:32: Machtanfaltung bildete.
00:32:35: Denn im Gegensatz dazu bedeutet hier, an diesem Ort kennen soziale Beziehungen auf Augenhöhe
00:32:43: Respekt
00:32:44: selbst bei grundsätzlichen Differenzen gegenseitig Unterstützung, Inklusion Achtsamkeit auch.
00:32:53: Diese Art der Beziehungspflege hat ganz entscheidend die Frauenbewegung geprägt, mit der sich die feministische Geschichtsschreibung seit Jahrzehnten beschäftigt.
00:33:05: Das zeigt sich bereits beim frühsozialistischen Kollektiv junger Arbeiterinnen, die in Frankreich den Seitenschrift La Femme Libre gegeben haben gründeten, wie das die Zürcher Historikerin Caroline Arnie äußerst schön in ihrem erst kürzlich im Wagenbach Verlag erschienen Buch Wir Nicht wir schildert.
00:33:31: Es ist die Geschichte junger Frau und die sich den von Fätern geprägten der von Frätun geprägten Genealogie verweigern und sich vielmehr der Geschwisterlichkeit als universeller Gleichheit verpflichtet sahen,
00:33:48: unabhängig
00:33:49: vom Geschlecht, von unehelich wie ehelicher Geburt.
00:33:53: Wie heute bei Kin ging es ihnen um Vielheit
00:33:57: und
00:33:58: Verbundenheit.".
00:33:59: Rund vierzig Jahre später nahm die trans-europäisch vernetzte Genferdemokratin und Feministin Marika Kbuschulen, die Idee für der Verbundenheit wieder
00:34:12: auf.
00:34:13: Und gründete zusammen mit der Engländerin Josephine Butler die erste eigenständige grenzüberschreitende Frauenorganisation Die internationale Assoziationsverteidigung der Frauenrechte Allgemein bekannt als Solidarität der Name ihrer Zeitschrift, ein Wort das uns heute immer noch an Verbundenheit erinnert.
00:34:38: Die Schweizer Mitglieder dieses Verbands engagierten sich schon für die Verankerung der rechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in der eidgenössischen Verfassung.
00:34:53: Ein Ziel, das erst mehr als hundert Jahre später am vierzehnten Juni, Ninzehn-Einunddachzig erreicht wurde – das Referenzdatum für den Frauenstreik!
00:35:08: Die Verbundenheit im politischen und privaten prägte ebenso die Sicht von Emma Pichinska-Reichenbach und Helene Von Mühlenen, den wunderschweizerischen Frauenvereine begründeten.
00:35:26: Sie lebten zusammen als lesben oder nicht bleibt offen waren sich gegenseitig Unterstützung und Inspiration bei ihrem Engagement In
00:35:38: einem äußerst
00:35:40: patriarchalen Kontext damals.
00:35:43: Denn damals setzten die Parlamentarier, selbstverständlich alles Männer im neuen Zivilrecht von nirgendsundhundertzwölf fest – sie setzte den Mann und Vater als Oberhaupt der Familie!
00:36:00: fest, der über das Vermögen und Einkommen der Ehefrau verfügen und ihr die Berufsstätigkeit
00:36:09: verbieten
00:36:10: konnte.
00:36:11: Und das bis zum ersten Januar, und für Verbundenheit über klassenspezifische Schranken hinweg kämpften in diesen Jahren.
00:36:24: auch kämpfte in diesen Jahren auch die in der heutigen Ukraine geborene jüdische Ärztin und Frauenrechtlerin Betty Farbstein, die bis hier in Zürich eine gynäkologische Praxis führte.
00:36:44: Sie war für den ersten Weltkrieg sowohl Mitglied der Arbeiterinnenvereine also sozialistisch orientiert, als auch im bürgerlich geprägten Frauenstimmrechtsverein.
00:36:58: Sie verweigerte sich entgegendem Druck der von Männern dominierten Sozialdemokratie diese doppelte Mitgliedschaft aufzugeben um sich nur so der Wunsch der Männer, als Vertreterin des Kampfes des Proletariats zu verstehen.
00:37:17: Ebenso verweigerte sich die Sozialdemokratin und Pazifistin Clara Raghatz diesem Druck und engagierte sich als Präsidentin der Internationalen Liga für Frieden und Freiheit, die heute noch in Genf ihren Sitz hat.
00:37:33: In weltweiter Verbundenheit ebenso entschieden für Gewaltlosigkeit und Frauenrechte – also auch für das Wohl der Arbeiterinnen.
00:37:44: Die Verbundenkeit statt eindeutiger Zuordnung.
00:37:50: verpflichtet, saß sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Theologin Marta Bürig.
00:37:57: Die nineteenhundertfünfundvierzig das reformierte Studentinnenhaus Zürich und neunzehnhundertsiebenundvierzig den schweizerischen evangelischen Frauenverein mitbegründete.
00:38:09: sie lebte zusammen mit ihrer Partnerin der Theologien Else Kähler, mit der sie das von ihnen beiden gegründerte Tagungszentren um Bouldern kooperativ leitete, als Leitungsmodell für die damalige Zeit.
00:38:26: ein Novum.
00:38:29: Der eindeutigkeiten zogen sich die beiden aber ebenso gegenüber der Mitte des neunzehneren siebzigerjahren entstandenen Lesbenbewegung und verweigerten sich bei ihrer Benennung ihre Beziehung als lesbisch.
00:38:47: Die Lesben-W-Bewegung war damals in Zürich eng verbunden mit der sogenannten neuen Frauenbewegung, der FBB, Frauenbefreiungsbewegungen.
00:38:58: Die viele Lesben entscheidend mitbreiten trotz Abgrenzungen zwischen Lesben und Hetero.
00:39:06: Frauen sahen sich je noch alle FPV-Frauen grundlegenden feministischen Zielen verpflichtet, von körperbezogener und sozialer Selbstbestimmung bis zum Kampf gegen sexualisierte Gewalt und patriarchale Machtstrukturen.
00:39:24: Die Erweiterung des feministischen Selbstverständnissen über das dichotomische Geschwächterverhältnis Frau Mann hinaus erfolgte erst in den neunzehn-neinziger Jahren unter dem Einfluss von Judith Butler's Gender Troubles und zeigt sich unter anderem im Begriff Flinta.
00:39:47: Doch in dieser Frage sind sich Feministinnen zum Teil bis heute nicht einig.
00:39:53: Differenzen sagten sich schon früh zwischen Feministen mit Schweizer Pass und den feministischen Migrantinnen, deren Identitätsstiftende zu Gehörigkeiten bis heute vielfacher sind.
00:40:10: Auf diese Differenz verwiesen die feministische Migranten bereits, in ihrer Manifest, das in der gegenwärtigen Ausstellung zu den Saisoniers hier im unteren Stock breiten Raum einnimmt.
00:40:27: So spielte im Laufe der letzten fünfzig Jahre Frauenbewegung die Kategorie Intersektionalität eine immer wichtigere Rolle, Alter, Herkunft, Klassenzugehörigkeit, geschlechter Identitäten gewannen an Bedeutung.
00:40:46: So traten auch die Differenzen stärker zu Tage aber ebenso das Verbindende.
00:40:53: An Schärfe verlore auch die in den neunzehnten Hundertsiebzigerjahren klare Abgrenzung zwischen sogenannter Neue und alter Frauenbewegung, über alle Differenzen gesellschaftspolitischer Praxis hinweg beispielsweise kämpferisches Demonstrieren
00:41:16: und
00:41:16: Aufsehen erregende Aktionen einerseits und diskretere Sagieren und Lobbyieren andererseits.
00:41:25: Dennoch trat das Verbindende spätestens mit der auseinandersetzung um sexualisierte Gewalt Zutage.
00:41:34: erst diese Verbundenheit ermöglichte die diesbezügliche Revision des Strafrechts, das bis in den letzten Jahren weiter ging.
00:41:44: Und ebenso das jetzt gerade gefeierte Gleichstellungsgesetz.
00:41:52: von Ausdruck des Verbindenden trotz Differenzen ist auch die damalige Zusammenarbeit der beiden Nationalräthinnen Grethaller und Lilina Puls Heidecker.
00:42:06: Sozialdemokratin, die eine freisinnige die andere Sie macht einen Weg frei für eine grundlegende Reform der auf Männer zugeschnittene AHV.
00:42:21: Das Splitting der Eheparente zum Einen Die Betreuungskutschrift für unbezahlte Kehrarbeit zum anderen.
00:42:31: Unbezahlter Kehrarbeit ist damit erstmals eigentlich eine Tatsache im Gesetzgebungsverfahren, ein gesetzgeberischer Meilenstein.
00:42:43: und so treffen sich auch in den letzten zehn Jahren alte Feministinnen und FrauenrechtlerInnen im Rahmen der von mir bei mir im Hause mit begründeten Klimasignorinnen im Kampf
00:42:58: um Klimagerechtigkeit
00:43:00: und lassen sich von den alten weißen Männern nicht abhalten von ihrem Kampf, die eben im Parlament und beim Bundesrat die Ablehnung des EMRK Urteils in Straßburg forciert haben.
00:43:31: Wir
00:43:31: Klimaseniorinnen, wir nehmen weiterhin Partei für ein Engagement.
00:43:37: Für einige Generationen übergreifende Verantwortung für die Zukunft der Welt.
00:43:48: und so bleibt
00:43:50: auch
00:43:52: für
00:43:53: die Klimasenioren wie für mich der Feminismus eine Praxis der gewählten Verbundenheit und gegenseitig verantworten, ganz im Sinne von KIN einer kollektiven Immagination von Nähe die weltweit verbindet.
00:44:14: Danke.
00:44:36: Hallo Zahme!
00:44:40: Ich würde jetzt anbieten dass ich mich beeile aber ich kann mich glaube ich gar nicht so beeilen.
00:44:55: Ich mache hier nur am Mikro rum damit ich noch ein bisschen Zeit Gewinne, weil ich muss hier schon Off-Script gehen.
00:45:10: Entschuldigung!
00:45:12: Ich habe eigentlich extra heute Nachmittag noch versucht aufzuschreiben was ich machen werde.
00:45:22: Aber ich muss kurz sagen wie berührt ich bin?
00:45:32: Ich bin jetzt vorher die ganze Zeit da drüben gestanden und war so berührt von den Menschen, die vor mir gesprochen haben.
00:45:45: Und euch allen hier... Ich dachte so ja es kommen sowieso nicht so viel.
00:45:51: heute ist das wieder schöner und es nur die Eröffnung gibt dann vielleicht auch andere Abende, die ansprechender sind und ich habe große Zukunftsangst.
00:46:12: Ich glaube, wir sind in einer Schwellenzeit und es gibt Entwicklungen die in unterschiedliche Richtungen gehen.
00:46:26: Und ich habe immer Angst dass es in die Richtung geht, in der sehr viel mehr Gewalt noch liegt und denke dann immer das wir noch nichts erreicht haben.
00:46:43: aber vorher als ich dort drüben stand wo ich hier noch sprechen und rumstammeln darf, denke ich.
00:46:53: Wir haben schon so viel erreicht!
00:46:56: Und ja... Ich möchte diesen Moment auch genießen und euch allen danken, dass ihr hier seid.
00:47:22: Ich muss kurz atmen und da hat mir wer gesagt das ist gut zu die Hände zu nehmen.
00:47:26: Das ist so ein bisschen altes Setzen zu lassen.
00:47:38: Ja okay... Gut Ich bin heute hier, um noch einen Beitrag zu kinship zu leisten geben.
00:47:53: Kinship ist für mich eine Quelle der Freude aber auch eine Quellen der Kraft.
00:48:01: in kinship suche ich Verbündete für eine friedliche Welt Für Widerstand und Fürstand.
00:48:14: Und ja ich habe mir überlegt auf heute, was hilft für eine friedliche Welt eben einzustehen.
00:48:26: und ich bin auch traurig geworden weil ich gemerkt habe dass Ich nicht mehr daran glaube das nur friedlicher Widerstand Frieden bringt oder Frieden sichert.
00:48:44: Ich glaube aber auch nicht dass Frieden der gewaltvoll erkämpft wird wirklich Friede ist.
00:48:51: vielleicht nicht so lange.
00:48:55: Und da habe ich mich gefragt, was wäre ein dritter Weg zwischen gewaltvoll und gewaltfreiem Widerstand?
00:49:10: In ihrem Buch Antichristi beschreibt Mithusanjal die Deutschautoren Gandhi und Ghandis Formen von Widerstand für viele friedvolle Widerstandsbewegungen immer auch gewaltvolle Wiederstands- bewegungen gab, die gleichzeitig gearbeitet haben.
00:49:40: Und da gibt es eben diese These das Gewalt freier Widerstand nur erfolgreich ist wenn's gleichzeitig diesen gewaltollen Widerstaunt gibt von dem sich die gewaltfreien Aktivistinnen abgrenzen können.
00:49:59: Das lässt sich über Gandhi sagen, das lässt sich auch aber über Martin Luther King und die Black Panthers sagen.
00:50:07: Und diese These besagt damit die mächtigen Veränderungen zulassen müssen sie sich wirklich bedroht fühlen.
00:50:18: Damit Widerstand erfolgreich ist braucht er zwei Köpfe einen der gewaltvoll beißt und einen der friedlich bittet.
00:50:31: Und der friedlich-bittende kann rüber zeigen und sagen, das sind nicht wir.
00:50:41: Damit Widerstand gelingt müssen diese zwei Köpfe also getrennt sein oder getrennte Auftreten.
00:50:49: Wobei aber doch eigentlich im Nachhinein ist klar scheint es sind zwei Köepfe, aber ein Körper eine Bewegung.
00:51:04: Ich selbst will keiner dieser zwei Köpfes sein.
00:51:08: ich will weder beißen, noch nur freundlich bitten.
00:51:14: Für eine bin ich zu zart und für das andere schon zu verbittert.
00:51:21: Ich will die Hände nämlich schlagen nicht nur nicht mehr küssen.
00:51:28: Ich will aber auch nicht Teil einer Bewegung sein, die sich vollständig zur Gewalt bereit erklärt und gewalt benutzt Teil eines dritten Kopfes sein.
00:51:46: Und was also könnte dieser dritte Kopf sein?
00:51:50: Dazu eine Antute, es ist eine Situation die mir oft geschieht, die gewöhnlich ist für mich und ich will aber einen Abend erzählen an dem ich mich für meine Verhältnisse sehr ungewöhnlich verhalten konnte.
00:52:11: Die Situation war dieses, war Freitagabend im Sommer hier in der Stadt Und ich ging nach Hause.
00:52:19: Ich trug an Kleid, wir waren zu zweit mit einer befreundeten Person die trans ist und ich sah schon von Weitem... ...ich saß sie schon von weitem kommen!
00:52:33: Es waren vier Menschen, ich lass sie als heterosexuelles Paar.
00:52:39: für die Leute, die nicht wissen dann sind immer auch zwei Männer dabei und ich saß schon eben von weitem dass die mich schon rausgepickt hatten diese zwei Dudes.
00:52:54: Wir kreuzen uns und sie beschimpften mich, machten sich lustig über mich zeigten auf meinen Rock Und wir waren schon eigentlich so gekreuzt.
00:53:04: also ich meine Begleitung waren schon vorüber und soweit ist das sehr gewöhnlich für mich.
00:53:12: an einem Abend am Wochenende geschieht es mehrmals wenn ich so angezogen Ich bin mein Gender so performe.
00:53:24: Es ist also gewöhnlich, dass
00:53:27: ich
00:53:28: mich ducke, akzeptiere schlucke.
00:53:34: Aber an jedem Freitagabend drehte ich mich um und statt zu schweigen, statt zu akzeptieren habe ich reagiert!
00:53:45: Ich habe zurückgesprochen I talked back.
00:53:48: Und die Männer?
00:53:50: Die waren buff.
00:53:52: Es war ganz klar, sie waren es gewohnt Körper wie meine zu beschämen zu verlachen und das ohne Konsequenzen.
00:53:59: Sie waren ist sich nicht gewohnd dass ein körper wie meiner zurück spricht eine stimme hat Eine stimme benutzt uns seine stimme erhebt Und wir also wie genau habe ich zurückgesprochen?
00:54:12: Ich habe nicht freundlich gebeten und ich habe auch nicht gleich meine feuste ausgepackt Aber es war klar, ich war bereit.
00:54:21: Ich war vielleicht nicht ganz zu allem bereit aber ich war zu viel bereit und ich habe diese Bereitschaft gezeigt.
00:54:28: Ich weiß eben woher das kam.
00:54:30: Das sage ich nachher gleich.
00:54:31: Es war so eine körperliche Reaktion dass auch wie wir das halt kennen die Arme ausgebreitet haben mich umgedreht habe und auf sie zugegangen bin und sie zur Rechenschaft gezogen habe.
00:54:48: aber nicht nur.
00:54:49: Da war nicht nur Wut, da war auch ein anderes Gefühl in mir einen anderen Effekt den ich verspürte weil normalerweise habe ich große Angst in solchen Situationen.
00:55:02: Normalerweise bin ich völlig gelähmt von meiner Angst.
00:55:06: Bin ich völlig wie so'n Eiszapfen in solcher Situation.
00:55:14: In mir war also diese Wut und mit ihr ein Mut So eine... Ein Wutmut und der entsprang aber etwas anderem als nur dieser Situation.
00:55:27: Das war, ist mir im Nachhinein klar was meine Angst besiegt hat.
00:55:32: das war ein Effekt der älter ist als ich weil wie gesagt ich habe schon hunderte solches Situation erlebt.
00:55:42: Ich hab immer gesagt ich stehe darüber ich akzeptiere es ja ja lass sie reden so let it blow over.
00:55:53: Aber was sich an jedem Abend in meinem Körper ausbreitete, was sich durch meinen Körper breit machte.
00:56:03: Das war nicht nur die Wut sondern auch das Bedürfnis für mich einzustehen nach all diesen Momenten in denen mir gezeigt wurde und wird dass ich nicht nur weniger wert bin als andere Sondern es auch verdiene beschimpft und beschämt zu werden.
00:56:18: Ich wollte also auf meiner Gleichberechtigung bestehen meine Gleichwertigkeit einfordern und dafür für dieses Bedürfnis gibt es einen Wort.
00:56:31: Ich wollte Rache, ja.
00:56:43: Woher aber kam mein BedürFnis nach Rache?
00:56:45: in genau diesem Moment?
00:56:48: Überhaupt nach all den Jahren des immer nur Angstverspürens und des Schluckens und Duckelns in solchen Situationen?
00:56:55: was hat mir erlaubt körperlich dieses rache bedürfnes zuzulassen?
00:57:01: Hier kommt Achtung, ein bisschen bourgeoiser Kulturverdacht.
00:57:06: Aber das war an dem Abend tatsächlich von einem Theaterstück aus dem ich gerade kam und zwar von Medea.
00:57:15: Meine Fähigkeit für mich einzustehen war also inspiriert von der Inszenierung Medea Von Leonie Böhm gespielt von Maya Beckmann.
00:57:25: Und Maya Beckman hat sich als Medea in diesem Abend so ganz langsam ihre jahrhundertealte Rache geholt und sich herangetastet, mich mitgenommen.
00:57:41: Es ist schwer zu beschreiben wie das genau geht – I guess it's just this thing called art.
00:57:52: Aber was mir der in mir geöffnet hat war dieses Bedürfnis überhaupt oder auch das zu spüren.
00:58:01: ich will auch Rache!
00:58:03: Ich habe genug.
00:58:06: Ich habe den Jungs, die mich angepöbelt haben nichts angetan.
00:58:11: Ich weiß gar nicht mehr genau was ich gesagt habe.
00:58:13: Ich weiss nur noch dass mein letzter Satz war und ich hab ihn mit einem pädagogischen Zeigefinger unterstrichen Und vorher habe ich Deutsch gesprochen und den letzten Satz aber habe ich auf Englisch gesagt und gesagt
00:58:27: Have some respect!
00:58:39: Und dieses Respekt... Ich habe das so wirklich vor ihre Füße gespuckt und diese Erfahrung dass ich zurückreden kann, dass ich aufstehen kann.
00:58:53: Dass ich sagen kann Stopp!
00:58:55: So nicht!
00:58:57: Diese Erfahrung hat mich begleitet.
00:59:00: In den folgenden Monaten erfuhre ich einige Male solche Situationen wie ich sie davor eben oft erfuhr.
00:59:06: nur diesmal habe ich immer zurückgesprochen.
00:59:10: wo ich früher geschwiegen hätte sprach Ich mit lauter Stimme zurück und immer gewann ich Ich hatte immer das letzte Wort, stand für mich ein und es war klar ich habe die Beschämung zurückgegeben.
00:59:25: Zwei-drei Mal kam es vor dass die Jungs... Die hatten rote Köpfe gekriegt und es waren wirklich sie haben sich geschämt Und ich hatte eigentlich immer den Eindruck Es war schon genug dass ich einfach aufstehe und meine Stimme benutze.
00:59:51: Es war dann eigentlich fast egal was ich da gesagt habe, es ist einfach so klar dass Leute die Körper wie meinen Schämen sich nicht gewohnt sind das Körper wie meiner zu rücksprechen und für sich einstehen.
01:00:12: Und das zeigte mir aber auch wie viele Menschen wie ich in ähnlichen Situationen eben auch immer schweigen ducken schlucken die patriarchale Gewalt geduldig erdulden.
01:00:30: Ich habe viel darüber nachgedacht und kam kurz danach mit dem Konzept von erlerner Hilflosigkeit in Berührung, das wurde eigentlich ursprünglich benutzt um Tiere zu beschreiben und beschreibt eben dass wer oft geschlagen wird lernt, dass sie schwächer sind und sich irgendwann gar nicht mehr wehren und auch gar keine Fluchtversuche mehr unternehmen.
01:01:00: Und dass sie einzelne neue Situationen gar nicht realistisch einschätzen können, ob da wirklich so eine Gefahr ist das nichts gemacht werden kann?
01:01:11: Der Klassiker von diesem Bild ist auch der Elefant der als Kind schon angekettet wird und dann als Erwachsenelefant gar nicht mehr probiertlos zu rennen obwohl er eigentlich die Kraft hätte sich Seil oder der Kette loszureißen.
01:01:34: Ich ertappe mich immer öfter bei fatalistischen Gedanken, dass ich denke Der Faschismus hat sowieso schon gewonnen.
01:01:50: Die Matrix der Macht aus Patriarchat, Kolonialismus und Kapitalismus Hat das Leben auf diesem Planeten schon so durchstrungen Dass ja Feierabend ist.
01:02:10: aber Das muss ich mir immer sagen, aber dem ist nicht ganz so.
01:02:14: Nicht überall und nicht in allem!
01:02:16: Ich muss mir das immer wieder sagen.
01:02:19: Die Mehrheit der Menschen vertritt Werte die meinen sehr ähnlich sind.
01:02:25: werte dich menschlich beschreiben würde Und die Verhärtung ist noch gar nicht soweit wie es uns die Faschomachos glauben machen wollen.
01:02:35: Ich glaube nicht dass so viele Menschen einfach rechts geworden sind und gewisse Studien geben mir recht.
01:02:42: Was sich verändert hat, ist dass die Bullies in den letzten Jahren einfach lauter geworden sind und wir vielleicht stiller.
01:02:53: Wir haben uns einschüchtern lassen.
01:02:57: Welches wir?
01:02:58: Ja I don't know aber ich kann für mich reden.
01:03:01: Ich habe mich einschüttern lassen Und ich bin stiller geworden und stille.
01:03:07: das ist leider ansteckend Aber Das Gegenteil von stilles ist auch anstecken.
01:03:16: Es macht Angst, aber ich glaube dass wir und ich hätte nutze doch wieder dieses Wir laut sein müssen.
01:03:23: Wir müssen unsere Hilflosigkeit entlernen um lernen Und jede Situation neu beurteilen.
01:03:30: sind die Leute Die Männer die mich gerade betrohen so bedrohlich Dass sie mir eine rein hauen wenn Ich jetzt aufstehe oder nicht?
01:03:38: Kann Ich mit damit umgehen Wenn Sie mir eine reinhauen Oder Nicht?
01:03:41: das Muss Ich Mir Jedes Mal Wieder neu einschätzen.
01:03:47: in solchen Situationen und ich versuche das aber, möchte immer wieder dabei bleiben aufzustehen.
01:03:58: Ich glaube um nochmal zu den Köpfen zurückzukommen der dritte Kopf Das ist die kreative spielerische Rache.
01:04:12: Das ist das Einfordern unserer aller Gerechtigkeit.
01:04:17: Der erste
01:04:18: Kopf
01:04:19: bittet friedlich dienlich.
01:04:23: Der zweite Kopf beißt gewaltvoll und gibt die Gewalt, die ihm angetan wurde eins zu eins zurück.
01:04:31: Und der dritte Kopf das ist die Rache, die ich mir wünsche.
01:04:37: Das ist auch Freude Danke Wir kommen zum Schluss.
01:05:01: Ja, der Dritte Kopf der schluckt Die Gewalt weil das müssen wir manchmal einfach tun aber er verdaut sie und er singt.
01:05:12: Und ich möchte jetzt noch gerne zum Abschluss etwas singen.
01:05:19: Inspiriert ist das der Text von den Lesbian Avengers, das war eine Bewegung in den USA.
01:05:28: nachdem ein schulermann und eine lesbische Frau in ihrem Haus verbrannt wurden hat sich eine Gruppe am Anfang vor allem von lesbischen Frauen zusammengetan eine Protestbewegung gestartet, eine friedliche Protestbewege und eine Aktion war beispielsweise dass sie vor dem Haus einer queerfeindlichen Christin einfach Weihnachtslieder gesungen haben.
01:06:03: Sie hatten auch so einen Demo-Chant also ein Satz den sie gechanted haben an den Demos Und der ging so, your fire will not consume us.
01:06:18: We'll take it and make our own.
01:06:21: also euer Feuer das Feuer mit dem ihr uns verbrannt habt verbrennt.
01:06:28: es wird uns nicht verschlingen.
01:06:32: wir nehmen es und machen es uns zu eigen und ich bin dabei mit dem Musiker Ramon Oliveras ein Lied zu schreiben dazu Und unter anderem kommt dieser Text vor und ich habe auch eine Melodie geschrieben.
01:06:53: Es ist ein Experiment, ich würde das gerne aufnehmen.
01:06:57: vielleicht verwenden wir das also ich werde nur die Audiospur aufnehmen.
01:07:02: wenn ihr eure Stimme dafür nicht hingeben wollt dann sinkt ihr vielleicht nicht oder in die andere Richtung?
01:07:13: ja Genau.
01:07:14: Und ich werde das Mikro hier hinstellen und mich dann darüber stellen, damit ich nicht zu laut bin drauf aber erst mal ein bisschen vorsingen.
01:07:27: Ich
01:07:29: lade euch ein mitzumachen, aber fühlt euch nicht pressured!
01:07:37: Ich werde auch nach dem Lied nichts mehr sagen.
01:07:45: dass ihr alle hier seid.
01:07:46: Ich freue mich sehr, hier zu sein!
01:07:49: Vielen Dank allen die das möglich gemacht haben.
01:07:52: Vielen Dank Mara auch für deinen Einsatz.
01:08:17: Your fire will not consume us, we'll take it and make it our own.
01:08:24: Your fire will not consume us.
01:08:27: We'll take it and make our own!
01:09:07: Your fire will not consume us.
01:09:11: We'll take it and make.
01:09:46: Your fire will not consume us.
01:10:19: We'll take it and make our own!
01:11:28: Danke vielmals, Kim.
01:12:03: Danke vielmal allen Rednerinnen und herzlichen Applaus nochmal!
01:12:19: Danke, Mandy Abu-Shawak.
01:12:21: Danke,
01:12:22: Hanan Salamat.
01:12:23: Danke Elisabeth
01:12:24: Joris.
01:12:24: Danke Kim de Lorison.
01:12:26: Da wäre ein Winkelmaf für diese
01:12:28: krassen Gebärde der Sprachdoll Magic.
01:12:38: Es war dir so aufmerksam dabei.
01:12:40: Ich lasse euch gönnen
01:12:44: ausruben bis nachher nicht dabei sein und DJs gehen!
01:12:51: Kinradio
01:12:52: mit Audiobeiträgen
01:12:54: rund um Kinship.
01:12:55: Hier geht's um Verbindungen.
01:12:58: Kinradios
01:12:59: mit Podcastserien,
01:13:01: Ausschnitten aus Live-Events und Deepen
01:13:03: Talks.
01:13:05: KinRadio verbindet dich!
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